Wie aus Stress auslösenden Weihnachtsbesuchern willkommene Lehrmeister werden

Denkst du schon jetzt mit Grauen an Weihnachten, weil du Personen empfangen musst, auf die du verzichten könntest, aber nicht darfst?

 

Es kommen Familienangehörige zu deinem Fest, die dich sehr schnell nerven oder reizen?

 

Erfahre, was du mit einfachen Mitteln dagegen  tun kannst.

 

Was vorher Stress war, kann zum neuen und freudigen Aha-Erlebnis werden.

 

Lese, wie du indirekt sogar auch noch deine Fähigkeit zum positiven Denken dabei trainierst.

Wenn du von vornherein mit Grauen an die Situation denkst, dann lösst du mit negativen Gedanken bereits belastende Gefühle aus. Du stresst dich im Vorhinein bereits selbst, reagierst dadurch auf kleinste Anlässe der besagten Verwandtschaft schon gereizt.

 

In der Psychologie nennt man das „sich selbst erfüllende Prophezeiung“. Je stärker du die Erwartung „das wird bestimmt wieder zu Ärger oder Krach führen“ hast, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie tatsächlich eintritt. Eine Möglichkeit, das eigene Temperament in den Griff zu bekommen, ist somit, alles zu tun, was dich positiver einstimmt, gelassener macht, deine Geduld und Akzeptanz stärkt. Hier erfährst du, was dabei ganz speziell bei diesem Besuchs-Szenarium helfen kann.

5 Möglichkeiten zur Stressbewältigung

Hier findest du einfache kurze Übungen, mit denen du dich auf ganz andere Art und Weise auf das Weihnachtsfest vorbereiten kannst. Probiere sie aus und erlebe, wie du den Menschen mit Freude und Humor begegnen kannst, die dich all die Jahre vorher immer genervt haben. Du findest hier zunächst 4 Tipps, die du vor Ankunft deiner Besucher durchführen kannst, um dich darauf gut einzustimmen, und einen Hinweis, den du anwenden kannst, wenn der Besuch schon da ist.

1. Warum du dir vorab das Ziel setzen solltest zu entspannen

Fasse zunächst ganz bewusst das Ziel „dieses Jahr wird es anders, ich werde alles tun, um mich nicht gestresst zu fühlen.“ Wenn du dir ein Ziel festlegest, dann hast du schon einen ganz wichtigen Schritt zum Erfolg geschafft.

„Wer kein Ziel hat, kann auch keins erreichen.“

(Laotse, ca. 604 v. Chr. – 531 v. Chr., chinesischer Philosoph)

Im Detail kann das folgendes bedeuten: Kam es in der Vergangenheit in dir zu Gereiztheit, weil du jemanden davon überzeugen wollten, dass du Recht hast? Entscheide dichbewusst dazu, nur das verändern zu wollen, auf das du einen Einfluss hast. Beziehe dies in deine Zielsetzung für Weihnachten ein. Das ist leichter gesagt als getan. Oft genug wollen wir nämlich andere Menschen verändern, jemanden von der eigenen Meinung überzeugen, obwohl unsere Erfahrung uns lehrt, dass diese Person von dem Gesagten nichts annehmen wird. Wenn du die Person schon mindestens dreimalig zu überzeugen versucht hast, dann probieren es nicht ein viertes Mal. Nutze Weihnachten dazu, deine Fähigkeiten zur Akzeptanz zu stärken und auszubauen. Das bedeutet, du förderst dann deine Stärke, zu akzeptieren, auf was du keinen Einfluss hast. Entscheide dich dafür, die Gefühle, Gedanken und Reaktionen anderer (auch vom Partner, Kinder, Eltern!) als deren „Königreich“ anzusehen: Akzeptanz kennt weder „Wenn“ noch „Aber“ und auch keine Bedingungen.

 

Ich meine damit nicht, dass du resigniert den anderen gegenüber klein beigeben solltest. Es geht um dich: gönne dir damit etwas Gutes, indem du dich entscheidest, dass dieses Jahr Weihnachten anders verlaufen soll.

2. Wie du gelassener wirst

Lege dir am Tag des Besuchsempfangs 10 Minuten Zeit für dich selbst fest. Plane diese Zeit ganz konkret, so dass du zu einem Zeitpunkt, wenn du noch alleine bist, 10 Minuten zum Einstimmen auf deine Gelassenheit hast. Mache also „ein Date mit dir selbst“. Du kannst dir auch den Wecker dafür stellen, damit diese wertvollen 10 Minuten für dich nicht untergehen und du den Zeitpunkt dafür nicht verpasst.

Nutze in diesen 10 Minuten einen Schonraum, um zu dir selbst zu kommen. Das kann ein bestimmter Sessel sein, in den du dich setzt, oder der nahe gelegene Park usw. Führe nun eine Entspannungsübung für 10 Minuten durch. Du kannst auf Altbewährtes zurückgreifen oder die nun folgende kurze Atemübung durchführen:

Atemübung – Regeneration und Stressreduktion

Sitzhaltung: Aufrecht und mit geradem Rücken auf einen Stuhl setzen. Hinterkopf leicht nach oben strecken, sodass dein Blick leicht nach unten gesenkt ist. Bewusst Rücken und obere Schulterpartie entspannen. Einen schräg unten vor dir liegenden Punkt im Raum fixieren. Augen während der ganzen Übung auf diesen Punkt fixiert halten. Hände mit offenen Handflächen auf die Oberschenkel legen.

 

Durchführung: Atme über die Nase tief in den Unterbauch ein und über den Mund wieder aus. Wenn du die linke Hand auf die Brust legst und die rechte auf deine Unterbauch, fällt es leichter, bewusst in den Unterbauch zu atmen. Zähle bei jedem Atemzug ganz langsam bis 3, dann bis 4. Kommst du damit zu Recht, erhöhe anschließend auf 5, 6 und so fort, bis du bei 10 Zählschritten gelandet bist. Es ist dabei nicht wichtig, wie hoch du in den Zählschritten kommst, sondern nur dass du dich gut dabei fühlst!

 

Training: Du kannst diese Atmung auch vorher schon mal in der Vorbereitung auf Weihnachten öfter einsetzen. Je mehr du das trainiert hast, desto besser funktioniert es nämlich, dass du dadurch regenerierst und entspannst. Nutze diese Atmung so oft du kannst in deinem Alltag. Dein Körper schaltet auf Regenration um. Stress fällt von dir ab und der Blutdruck sinkt. Du kannst wieder klar denken.

3. Wie du Weihnachtsbesucher zur Selbstreflektion nutzen kannst

Durch diese Möglichkeit kannst du  von deinem Pflichtbesuch lernen. Dadurch verschiebt sich deine Denkrichtung weg vom Negativen und hin zu einer positiven Einstellung. Es kann dadurch dazu kommen, dass du deine Pflichtbesucher mit anderen Augen siehst und dich sogar über sie freust.

 

Führe zu einem ruhigen Zeitpunkt, wenn du noch alleine bist, folgende Selbsterfahrungsübung durch:

 

Nehme ein Din-A 4 Blatt und liste senkrecht in der Mitte des Blattes von oben nach unten all die Eigenschaften auf, die dir bei den unliebsamen Pflichtbesuchern bisher aufgefallen sind und die dich stören.

 

Beispiel:

 

egoistisch

 dominant

 

 

 

Führe dies erst selbst durch, bevor du weiter liest, damit du dir nicht selbst den Erfolg der Übung nimmst!

 

Notiere dann vor jedes dieser Eigenschaftsbegriffe die Worte „ich bin“ und lasse noch etwas Platz bis zum Eigenschaftsbegriff.

 

Beispiel:

 

Ich bin                                                                 egoistisch

Ich bin                                                                 dominant

…                                                                          …

…                                                                          …

 

Lasse dies auf dich wirken, denke darüber nach, was diese Veränderung der Formulierung für dich bewirkt.

 

Sinn dabei ist, sich bewusst zu machen, dass uns oft genau diejenigen Verhaltensweisen ärgern, die wir bei uns selbst nicht leiden können. Man sagt auch, die Menschen, welche in uns Ärger hervorrufen, halten uns den Spiegel vor. Wenn du dich darin wieder erkennst, dann hilft das dabei, mit deinem unliebsamen Pflichtbesuch etwas weniger streng und mit mehr Mitgefühl umzugehen.

 

Schreibe dann zwischen das „ich bin“ und dem jeweiligen Eigenschaftsbegriff  „nicht genug“.

 

Beispiel:

 

Ich bin nicht genug egoistisch

Ich bin nicht genug dominant

 

Lasse auch dies auf dich wirken. Vielleicht erkennst du darin etwas, was du von der leidigen Verwandtschaft lernen könntest.

4. Wie du durch „Refraiming“ von bisher nervigen Besuchern lernst

Ich möchte dir nun die Refraiming Methode aus dem „systemischen Ansatz“ vorstellen, einer Beratungs- und Therapiemethode, die in fast allen sozialen Bereichen Einzug gehalten hat. Mitarbeiter in Beratungsstellen, Pädagogen in  Kindergärten und Heimen, Psychotherapeuten in eigener Praxis und in Kliniken schätzen diesen Ansatz sehr, weil er schnell zu Veränderungen und zum Ziel führt.

 

Beim Refraiming geht es darum, die positive Seite einer Sache zu fokussieren. Vielleicht kennst du schon den Spruch: "Jede Medaille hat 2 Seiten“. Das bedeutet, all die Dinge, die wir zunächst als negativ ansehen, haben auch eine positive Seite. Du kannst dir z. B. die Eigenschaften vornehmen, die du oben unter Punkt 3 gesammelt hast. Notieren dir diese negativen Eigenschaften deines unerwünschten Pflichtbesuchers noch einmal auf einem Blatt. Überlege dann, welcher positive Aspekt in dieser Eigenschaft begründet sein könnte. Was du zunächst mit diesem Eigenschaftsbegriff gedanklich verbunden hast, waren negative Dinge. Was ist die andere Seite der Medaille, welch positiver Aspekt steckt auch noch in diesem Eigenschaftsbegriff? Notieren Sie Ihre Ideen dazu. Hier ein Beispiel:

 

Egoismus      =   Sorgt gut für sich selbst

Dominant     =   Kann sich durchsetzen. Weiß, was er will, hat Selbstbewusstsein

 

Dadurch kannst du erkennen, inwiefern du vielleicht auch noch von deinen unerwünschten Pflichtbesuchern lernen kannst. Es geht also um die Einnahme einer anderen Haltung gegenüber deinen Besuchern, wie auch das folgende Beispiel zeigt: Bei einem Spaziergang habe ich einmal zufällig ein paar Gesprächsfetzen eines mich überholenden Nordik-Walking-Paares aufgeschnappt. Dabei fiel der Satz „Das meiste lernst Du von Deinem ärgsten Feind.“

Wenn du dir diese Haltung für den Weihnachtsbesuch zueigen machst, dann wird sich deine Stimmung bestimmt verändern. Ich kann mir vorstellen, dass du sogar richtig froh darüber bist, wenn die besagten Personen kommen. Wann wird dir sonst schon so viel Lernstoff geboten, da kannst du vielleicht sogar dankbar drüber sein. Und wenn du eine andere Haltung gegenüber deinem Besuch ausstrahlst, dann ist es wahrscheinlicher, dass dein Besuch sich auch anders verhält als sonst. Positive Einstellung kann nämlich abfärben.

5. Stressreduktion während des Weihnachtsbesuchs

Zu guter Letzt empfehle ich dir, dass du dir schon vorher Zeit und entsprechende Möglichkeiten während des Besuches einplanst, um zwischendurch zu dir zu finden. Du musst nicht ständig funktionieren, bist zu Weihnachten in gewisser Weise im Ausnahmezustand! Wenn du z. B. doch merken solltest, dass Ärger in dir auf kommt, nutze ganz bewusst für dich eine Auszeit und verlassen den Raum, um dich an deine Ziele für den heutigen Tag zu erinnern. Wenn du das Gefühl hast, es würde negativ bewertet, wenn du jetzt den Raum verlässt, dann kannst du z. B. auf die Toilette gehen, denn den Gang wird dir niemand verwehren. Lege dir vorher auf die Toilette irgendetwas als Erinnerung für deine Ziele hin. Das muss kein Erinnerungszettel, es kann auch eine dekorative Kleinigkeit sein, die du vorher gedanklich mit deinen Zielen verbindest.

Mehr konkrete Tipps zu positivem Denken, geduldig werden und zur Stressbewältigung

Vielleicht hast du beim Lesen des bisherigen Textes ab und zu schmunzeln müssen. Das ist gut, erweitere und festige alles, was deinen Humor bei diesem Thema wecken kann.

 

„Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt.“

(Joachim Ringelnatz, 1883 – 1934, deutscher Schriftsteller)

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