8 Tipps für den Alltag, mit denen du Gelassenheit erlebst und Stress abbaust

 

Wünscht du dir mehr Gelassenheit?

 

Hast du das Gefühl, dich viel zu oft aufzuregen?

 

Fühlst du dich dadurch oft gestresst?

 

Haben andere dir schon gesagt, du sollst doch mal ruhiger bleiben?

 

Schon Kleinigkeiten bringen dich oft aus der Ruhe?

 

Hier findest du 8 Schritte, deinen Alltag mit deutlich mehr innerer Ruhe zu gestalten.

 

1. Wie ein Vergleich sich positiv auf dein Selbstbewusstsein auswirkt

Gelassenheit ist keine angeborene Fähigkeit. Auch du hast diese Fähigkeit. Sicherlich kommt sie nicht in allen Situationen zum Tragen. Jeder Mensch ist anders. Denke an die Menschen in deiner Familie, dem Freundeskreis, die aktuellen oder früheren Kollegen. Halte kurz inne und konzentriere dich darauf: In welchen Situationen waren diese Personen gelassen? Wann konnten die gelassen reagieren und wann sind sie schnell aus der Haut gefahren?

Der eigene Hund macht keinen Lärm, er bellt nur.

 

(Kurt Tucholsky, 1890-1935, deutscher Schriftsteller)

 

Wenn du jetzt erkennst, dass du nicht grundsätzlich ein Mensch bist, der schnell genervt ist, entwickelst du durch diese Erkenntnis ein positiveres Selbstbild. Festzustellen, dass  andere Menschen auch viele Situationen erleben, in denen diese leichter ausflippen, erleichtert zusätzlich. Vielleicht sind dir nun auch Situationen eingefallen, mit denen andere schwer klar kommen, die du selbst aber mit Ruhe angehen kannst. Gratulation, du bist gut!

 

Die Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins.
(Marie von Ebner-Eschenbach, 1830 – 1916, österreichische Schriftstellerin)

2. Warum dir eine bewusste Entscheidung gegen den Ärger hilft

Den nächsten Schritt zu mehr Gelassenheit hast du gerade schon ganz automatisch erfolgreich begonnen. Denn du liest hier weiter, weil du etwas verändern willst. Du hast dich also dazu entschieden, dich über etwas nicht mehr ärgern zu wollen. Herzlichen Glückwunsch! Denn sobald du entscheidest: „ich will mich nicht mehr ärgern“, hat das nämlich deutliche Auswirkungen auf dein Handeln. Du kannst mit diesem Gedanken im Kopf nicht mehr weitermachen wie bisher.

3. Kleine Schritte führen zu Erfolg und innerer Ausgeglichenheit

Überlege dir jetzt, in welchen Situationen es dir leichter fallen würde, mehr Gelassenheit zu entwickeln. Denn die Wahrscheinlichkeit ist deutlich größer, wenn du nicht gleich mit dem Schwersten beginnst.

 

Versuche dich um Himmels Willen an kleinen Dingen;

erst danach mache mit größeren weiter.

(Epiktet, 50-138 n.Chr., griechischer Philosoph)

 

Das kann der Stau sein, in den du herein fährst, obwohl du es doch gerade heute so eilig hast. Oder in deiner Schlange vor der Kasse geht es wieder besonders langsam, und dann drängelt sich auch noch jemand vor! Dann gerätst du auf dem Rückweg auch noch in die absolute Rotphase. Oder du ärgerst dich über dich selbst, weil du einen wichtigen Termin oder gar eine Prüfung verhauen hast. Vielleicht geht dir etwas nicht schnell genug bei anderen oder auch bei dir selbst.

 

Nun kombiniere den Schritt 2 mit Schritt 3: Finde etwas, dass du in einer solch leichter zu bewältigenden Situation daran erinnert, sich selbst zu fragen: „Will ich mich jetzt ärgern? Oder will ich etwas anderes?“ Eine kleine Notiz dazu an der Auto-Armatur oder auf dem Einkaufszettel kann schon viel bewirken.

Grübeln aufhören Gedankenkreisen Gelassenheit

4. Achtsamkeit auch ohne Einflussmöglichkeiten?

Was haben all diese gerade beschriebenen Situationen gemeinsam? Du selbst hast keinen Einfluss auf den weiteren Verlauf! Der Verlauf hängt von anderen Menschen oder Maschinen ab. Oder dein Einfluss lag in der Vergangenheit, und die Vergangenheit kannst du nicht mehr ändern.

 

Mache dir deutlich, dass du nicht denjenigen ärgerst, der den Stau oder die Schlange an der Kasse ausgelöst hat. Auch die Ampel oder den Prüfer ärgerst du nicht, sondern nur und ganz allein dich selbst. Du bist die leidtragende Person, wenn du dich mit deinem Ärger nun auch noch selbst quälst. Vielleicht hast du bisher oft an solchen Tagen gedacht: „Typisch, das kommt jetzt auch noch, nun ist der Tag gelaufen!“ Bei solch negativen Gedanken wird sich das auch erfüllen. Du bist gerade dabei, dir selbst den restlichen Tag zu versauen! Wenn du dich ärgerst, verbrauchst du immens viel Energie. Kaum etwas schlaucht so sehr wie sich zu ärgern.

 

Nutze diese Energie für schöne kleine Dinge. Sei liebevoll zu dir! Sei achtsam! Lobe dich z. B. selbst für die schon erfolgreich umgesetzten Gelassenheitsschritte. Zum Beispiel, indem du dir überlegst, was heute schon gut gelaufen ist. Oder prüfe, was du aus Fehlern nun lernen kannst, und wie du dich das nächste Mal daran erinnerst, damit es auch nachhaltig wirkt.

5. Akzeptanz: Etwas bei sich selbst verändern statt bei anderen

Du willst gelassener reagieren, wenn du mal wieder unendlich viele Erinnerungen und Ermahnungen brauchst, damit dein Kind aufsteht oder das Zimmer aufräumt usw.?  Oder du willst dich anders verhalten, wenn jemand wieder keine Wertschätzung zeigt?

 

Nun hat Gelassenheit oft auch etwas mit Akzeptanz zu tun. Akzeptiere die anderen, wie sie sind! Probiere aus, was sich verändert, wenn du die Gefühle, Gedanken und Reaktionen anderer als deren Königreich akzeptierst. Das bedeutet, dein/e Partner/in, die Kinder oder auch die Eltern haben ein Recht auf ihre Gefühle, Gedanken und Reaktionen. Du löst dich dann vom Wunsch, den anderen verändern zu wollen. Das bedeutet aber nicht, dass du jetzt allen Ärger runterschluckst, dich unterordnest usw. Damit ist gemeint, bei sich selbst etwas zu verändern, um den Ärger zu reduzieren. Nimm die Verantwortung für dein Wohlbefinden in die eigene Hand.

 

Akzeptanz kennt kein „Wenn“ und „Aber“ oder Bedingungen, die erst erfüllt werden müssten. Hier ein Beispiel:  Tausche den Gedanken „Wenn mein Chef mich bei wichtigen Entscheidungen mehr einbeziehen würde, dann…“ aus. Sage dir stattdessen z. B. „Ich werde das mir mögliche tun, damit unser neues System funktioniert.“ Ein weiteres Beispiel ist, wenn Sie den Gedanken „Ich wäre bereit, ihr zu verzeihen, aber dann müsste sie erst…“ reduzieren auf: „Ich bin bereit, ihr zu verzeihen.“

6. Gelassenheit – leichter gemacht: nimm dir ein Vorbild

Dir sind Menschen eingefallen, die mit den Situationen ganz gelassen umgehen können, welche dich persönlich herausfordern? Dann nimm dir diese Person zum Vorbild. Überlege, weshalb es der Person gelingt, so leicht damit umzugehen. Ich möchte dir dazu ein persönliches Beispiel von mir geben:

 

Als ich noch im Angestelltenverhältnis tätig war, hatte ich eines Morgens auf dem Weg zur Arbeit große Eile. Ich war etwas genervt, weil ich noch müde und auf der Autobahn nicht gut durch gekommen war. Kurz vor meiner Arbeitsstätte stoppte plötzlich der Wagen vor mir direkt vor einer grünen (!) Ampel in der Höhe eines Fußwegs zu einer Schule. Die Fahrerin stieg aus, lief zur hinteren Tür der Beifahrerseite und half ihrem Kind aus dem Auto. Sie lief zurück zur Fahrerseite, nahm eine Jacke heraus, lief zum Kind zurück und zog ihm die Jacke an. Als sie dann wieder einstieg, sich anschnallte und weiterfuhr, waren 3 Grünphasen vorbei und meine Nerven blank. Ich hatte den Wagen nicht überholen können, da es eine schmale Straße mit Gegenverkehr war.

 

Als ich kurz darauf auf dem Dienstparkplatz hielt, bemerkte ich einen Kollegen, der die ganze Zeit hinter mir gewesen und somit das Ampel-Schauspiel ebenfalls mitbekommen hatte. Er war nicht ärgerlich, er hatte sich köstlich darüber amüsiert und sagte: „So etwas erlebt man ja auch nicht alle Tage“. Kurz darauf hatte ich Supervision. Darunter ist eine Beratung für Berater zu verstehen. Das ist  üblich im sozialen Bereich, um Qualität zu gewährleisten und auch über den eigenen Tellerrand zu schauen. Als ich zu Beginn der Supervision gefragt wurde, wie es mir geht, erzählte ich die Situation. Meine Supervisorin reagierte mit: „Oh die Frau muss wirklich richtig schlimmen Stress gehabt haben, wenn sie mitten auf der Straße statt auf dem gegenüberliegenden Parkplatz gehalten hat.“

 

Diese kleine Geschichte macht zwei Herangehensweisen deutlich, die mir damals sehr hilfreich waren. Der Kollege ging einfach mit Humor daran. Und die Supervisorin zeigte Einfühlungsvermögen. Einen herzlichen Dank dafür an Frau Janssen, die mir nicht nur in dieser Situation sehr hilfreich war.

 

Und falls du Humor, Einfühlungsvermögen oder etwas anderes ausprobieren willst, denke an Schritt 3: teste es erst in einer für dich leichteren Situation. Lasse dir also Zeit mit der grundlegenden Veränderung und plane in kleinen Schritten. Dann kommst du leichter ans Ziel.

7. Gönne dir eine Auszeit vom Stress

Eine weitere Möglichkeit bietet sich, gelassener zu reagieren, wenn du aus der Situation rausgehst. Nimm dir eine kurze Auszeit. Zähle bis 20. Atme! Tief Luft holen hört sich so simpel an, ist es eigentlich auch, es kann aber auch schon kleine Wunder bewirken.

 

All die Situationen, in denen das nicht so einfach möglich ist, bieten sich dazu an, im übertragenen Sinne rauszugehen. Damit meine ich, dass du dich gedanklich aus der Situation entfernen. Zum Beispiel, indem du dich fragst: „Welche Auswirkung wird das hier in einem Jahr haben? Oder in 5 Jahren?“

8. Ausraster und ständig zickig: Wie aus Krisen Chancen werden

Du warst nicht immer so schnell genervt, sondern das hat sich im Laufe der Zeit entwickelt? Dann ist das ein Zeichen für eine tiefer sitzende Unzufriedenheit, die in dir schlummert. Du kannst dich dafür bedanken, dass die Unbeherrschtheit da ist. Denn sie macht dir deutlich, dass etwas in deinem Leben nicht mehr stimmt, was du bisher nicht ausreichend bewusst wahrgenommen hast. Denn nun besteht die Möglichkeit, etwas zu verändern, so dass du zufriedener wirst. Vielleicht hat sich im Laufe der Zeit etwas an deinen Lebenszielen unmerklich verändert. Oder etwas Gravierendes in deiner Lebenssituation hat sich immer mehr in eine für dich nun unerwünschte Richtung entwickelt. Begrüße dieses bisher unangenehme Gefühl als einen guten Anstoß zur Selbstreflektion.

 

Nimm dir nun Zeit für dich. Sorge durch einen ruhigen Ort dafür, dass du in dich gehen kannst. Das können so genannte „Klostertage“ sein. Vielleicht ist es an der Zeit, einen schönen Ort für mehrere Tage aufsuchen. Manchmal reicht es aber auch, wenn du dir einen Schonraum im Alltag suchst, wo dich niemand stört und du dich wohlfühlst. Vielleicht ist das dein Lieblingssessel, den du heute noch mit einer Tasse Tee und einem Tagebuch aufsuchst. Oder der Gang raus in die Natur...... Jeder hat da seine eigenen Wege, die gut tun.

 

Suche auch passende Gesprächspartner auf. Mit „passend“ meint nicht nur jemanden, der dir vertraut ist und Zeit hat. Sondern jemanden, der zuhören kann, dich in der Vergangenheit vielleicht auch schon mal zu Lösungswegen inspiriert hat. Prüfe vorher dein Bauchgefühl, ob die auserkorene Person wirklich ein angenehmes Gefühl in dir hervorruft. Denn oft gibt es Menschen, die nur kurz zuhören und dann von ihren eigenen Problemen erzählen. Das mag zwar manchmal gut sein, damit du das Gefühl bekommst, nicht alleine zu sein mit Problemen und Schwierigkeiten. Aber jetzt brauchst du etwas anderes.

 

Falls dir niemand in deinem Umfeld einfällt, dann kann ein Coaching evtl. auch hilfreich sein. Oder nutze ein ansprechendes Seminarangebot.

Du willst durch regelmäßige Anregungen am Ball bleiben und

deine Gelassenheit nachhaltig vergrößern? Melde dich jetzt für meinen Newsletter an und erhalte tief wirkende psychologische Anregungen und Neuigkeiten aus meiner Praxis ca. einmal im Monat.

Deine Daten werden zum Versand, zur Optimierung und Statistik gespeichert. Mehr Informationen dazu und zu deinen Möglichkeiten des Widerrufs erhältst in meiner Datenschutzerklärung. Du kannst den Newsletter jederzeit auch per Klick abbestellen.

 

Hast du dich an etwas erinnert, das du bereits erfolgreich genutzt hast? Wie machst du das, um gelassen zu bleiben? Mit deinem Feedback hier unten im Kommentar gibst du etwas Gutes von dir weiter. Ich freue mich auf deine Anregungen.

 

Ich hoffe auf dein Verständnis, dass dein Kommentar erst erscheint, nachdem ich ihn freigeschaltet habe, weil die Kommentarfunktion in der Vergangenheit leider für Spam verwendet wurde.
Gedankenkreisen Grübeln stoppen

Kommentar schreiben

Kommentare: 0