Hat unsere Beziehung noch eine Chance?

Wie du die Partnerschaft retten und die Chance erkennen kannst.
Wie du Vertrauen in die Liebe wiedergewinnen kannst.

Deine Partnerschaft besteht schon lange? Es gibt häufig Konflikte?

 

Über Trennung hast du schon einmal nachgedacht? Oder habt ihr euch sogar schon mal zeitweise getrennt? Oft kommen Menschen zu mir, die sich in einer solchen Situation befinden.

 

Viele fragen sich, ob sie ihre Partnerschaft retten können. Manche wollen eine On-Off-Beziehung beendenHäufig werde ich dann gefragt: „Sind unsere Beziehungsprobleme lösbar?“  

 

Ich möchte dir hier zeigen, wie du deine Zuversicht stärken kannst. Lies weiter, um neuen Mut zu finden und wieder handlungsfähiger zu werden.

Wie du die Zuversicht erhöhst, dass sich die Partnerschaft retten lässt

Wenn du hoffnungsvoller werden und die Beziehungskonflikte als lösbar empfinden willst, dann prüfe doch zunächst einmal, wie groß deine Zuversicht aktuell ist. Stelle dir dazu die folgende Skala von 0 bis 10 vor. Was denkst du selbst: sind die Probleme lösbar? Die Null bedeutet, es macht sowieso alles keinen Sinn mehr. Die Zehn steht dafür, dass du dir ganz sicher bist: die Partnerschaft retten zu können - du weißt nur noch nicht, wie das gehen könnte. 

 

Denke nun darüber nach, was dich dazu bewogen hat, diese Zahl zu wählen.

 

Schreibe es jetzt direkt auf, denn das ist noch wirksamer. Das Notizblatt kannst du danach auch wieder vernichten, wenn dir das lieber ist. Der Schreibprozess dient nur dazu, dass dir noch mehr Ideen kommen, weil dadurch mehr Bereich im Gehirn aktiv werden als beim bloßen Nachdenken.

 

Du fragst dich, wozu das gut sein soll? Die Chancen auf eine Problemlösung sind äußerst gering, wenn sich jemand auf der Skala bei Null einschätzt.

 

Ich gebe dir dazu ein kurzes Beispiel aus einem ganz anderen Bereich: Ein Mädchen sagt: „Mathe kann ich nicht, das lerne ich nie!“ Der Lehrer kann sich noch so sehr bemühen und richtig gut unterrichten, dieses Mädchen wird in Mathematik nicht gut abschneiden. Durch ihre Selbsteinschätzung und geringe Zuversicht wird sie sich nicht stark genug anstrengen, weniger motiviert Aufgaben bearbeiten, nicht so offen für die Erklärungen des Lehrers sein usw. Und das hat natürlich Folgen.

Gedankenkreisen stoppen Gedankenkarussell

In der Psychologie wird das als „sich selbst erfüllende Prophezeiung“ bezeichnet: Was du erwartest, wird auch eintreffen. Im Umkehrschluss bedeutet das: je höher du dich auf dieser Skala einschätzt, umso größer ist die Chance darauf, deine Partnerschaft retten und eine glückliche gemeinsame Zukunft als Paar entwickeln zu können.

 

Wenn du dich mit den Gründen deiner Skalen-Einschätzung beschäftigst, werden dir deine Fähigkeiten und positiven Seiten eurer Partnerschaft bewusster. Dadurch steigt deine Zuversicht automatisch schon etwas. Du kannst wieder positiv denken. Du wechselst die Sichtweise und betrachtest das Glas wieder eher als halb voll statt als halb leer.

Wie du handlungsfähig wirst, um die Partnerschaft retten zu können

Stelle dir nun eine neue Skala vor. Diesmal steht die Null für "ich bin überhaupt nicht mehr bereit etwas dafür zu tun" und die 10 für "ich will alles in meiner Macht stehende dafür tun", damit sich die Partnerschaft retten und in eine positive Richtung entwickeln lässt:

Wo schätzt du dich aktuell auf dieser Skala ein? Nimm dir einen Moment Zeit, um deine Zahl zu finden. Was hat dich dazu bewogen, diese Wahl zu treffen? Schreib auch das kurz auf.

 

Du kannst dir darüber noch klarer werden, indem du dich fragst, was so bleiben soll, wie es ist. Welchen Wert oder Sinn hat die Beziehung noch für dich? Auch das Gegenteil kann dir weiterhelfen: Welche Nachteile hätten es für dich, eine Trennung durchhalten zu müssen (z. B. Kosten und Stress durch Auszug, im Falle von Ehe oder Verpartnerung  die Anwaltskosten, Kontaktverlust zu bisher gemeinsamen Freunden oder zu Kindern, emotionale Belastungen durch Trauer, Rosenkrieg usw.)

 

 

Du verlässt den Tunnel und kannst durch neue Kraft die Partnerschaft retten.
Raus aus dem Tunnel der Beziehungsprobleme gelangen.

Indem du dich auf den Sinn der Beziehung und die Nachteile einer Trennung konzentrierst, verschaffst du dir wieder mehr Energie zur Veränderung.

 

Auch damit wechselst du deine Blickrichtung. Denn bisher warst du vielleicht gefühlsmäßig so tief in den Problemen gefangen, dass du nur noch die Belastungen gesehen hast. Das kann sehr erdrücken und die Kraft rauben, etwas zu verändern.

 

Durch deine Einschätzung auf der Skala stärkst du somit deine Fähigkeiten, die Partnerschaft retten und die Liebe wieder neu aufleben lassen zu können. 

"Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft."

(Marie von Ebner-Eschenbach)

 

 

Selbst wenn deine Partnerschaft nur noch aus einem nebeneinander her leben besteht: ich habe positive Entwicklungen schon bei Paaren erlebt, die mir sagten, dass die Probleme seit der Geburt der Kinder und schon über 10 Jahre bestehen würden.

Wie ein neuer Blick aufs Streiten dich hoffnungsvoller macht

Die Wirkung deiner Notizen kannst du noch vertiefen, indem du dich ab sofort darauf konzentrierst, welche Stärken du schon in vergangenen Konflikten gezeigt hast, die in irgendeiner Weise zumindest ein klein wenig hilfreich waren. Was sind deine Fähigkeiten, die du schon einmal in der Vergangenheit eingesetzt hast? Wie hast du schon in Streits mit anderen Menschen etwas Positives bewirkt?

 

Ich möchte dich damit einladen, mehr von dem zu tun, was dir gelingt. Dies bedeutet auch, sich von allem zu verabschieden, was sich als nicht hilfreich oder sogar negativ verstärkend gezeigt hat. Es ist schwer, aus gewohnten Verhaltens- und Kommunikationsmustern auszusteigen.

 

Erleichtere es dir, indem du dich jetzt damit auseinandersetzt, was nach deinen Erfahrungen hilfreich ist und was du besser lässt. So bereitest du dich auf den nächsten Streit viel besser vor und tust schon jetzt den nächsten Schritt dahin, die Partnerschaft retten zu können.

 

Dazu möchte ich dir ein Beispiel aus meiner Praxis geben. Wenn  mir in einer Paarberatung eine Person etwas Negatives über den anderen anwesenden Menschen erzählen will, unterbreche ich sofort.

 

Jemanden radikal ins Wort zu fallen oder sogar den Raum zu verlassen gilt normalerweise als unhöflich und verschärft Konflikte.  Aber in dieser Situation ist das anders. Ich schreite ein, damit niemand vor mir „schlecht gemacht“ wird. Denn ich weiß aus Erfahrung, dass dies nicht hilft, sondern die Gräben in der Partnerschaft nur vertieft. Ich empfehle dann ein anderes Vorgehen, um mit den Gefühlen von Verletzung und dem Bedürfnis sich zu verteidigen umzugehen.

 

Natürlich gibt es Zeiten, in denen du vom Partner nicht verstanden wirst. Achte aber jetzt auf die Situationen, in denen du eigene Bedürfnisse berücksichtigst und gleichzeitig in eine positivere Richtung gelangst.

 

Denn mein Bedürfnis ist es, Anregungen zu hilfreichen Veränderungen zu geben. Dieses Bedürfnis berücksichtige ich, wenn ich beim Gespräch über die Probleme der anderen anwesenden Person nicht mitmache. Die Streitigkeiten werden dadurch nicht unterdrückt, sondern auf andere Weise angepackt. Das Paar erlebt dadurch, dass sich beide Personen dem Gespräch gewachsen fühlen können und sich Beziehungsprobleme lösen lassen.

 

Deine nächsten Schritte zur Umsetzung und Vertiefung

Achte in den nächsten Tagen verstärkt darauf, in welchen Zeiten die Probleme weniger schwerwiegend auftreten. Beobachte ganz genau, was du selbst dazu beigetragen hast, dass dies geschehen konnte. Dabei geht es nicht darum, Konflikte unter den Tisch zu kehren, eigene Bedürfnisse und Wünsche zu unterdrücken. Schließlich kannst du nur dann die Partnerschaft retten und dazu beitragen, dass sich die Liebe wieder entfalten kann, wenn du nicht zurücksteckst.

 

Was tust du oder auch was unterlässt du in diesen positiveren Situationen? Schreibe es dir dann auf einen Erinnerungszettel oder ins Handy. Oder wähle irgendeine andere für dich passende Form, damit du dich zukünftig daran erinnerst und mehr davon tun kannst.

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Barbara (Montag, 03 April 2017 19:40)

    Danke - hat mir im Moment sehr geholfen - doch wieder Hoffnung zu haben.

  • #2

    Petra Ahrweiler (Montag, 03 April 2017 23:20)

    Hallo Barbara,
    es freut mich riesig, dass ich dir mit diesem Artikel wieder Hoffnung machen konnte. Meine Artikel fordern sehr zum Nachdenken heraus. Deine Reaktion zeigt, dass du dich sehr gut hinterfragen und reflektieren kannst. Damit besitzt du eine ganz wichtige Fähigkeit, um eine Veränderung bewirken zu können.
    Viele Grüße
    Petra