5 Wege für alle, die ein Paar bleiben wollen - aber als Eltern nur noch nebeneinander her leben

nebeneinander her leben
Auch als Eltern ein Paar bleiben

Irgendwie ist die Luft raus. Ihr lebt nur noch wie Geschwister oder in einer WG zusammen. Schon lange redet ihr kaum noch miteinander. So viel ist mit Kindern zu regeln! Zwischen Tür und Angel oder abends, kurz vor dem Einschlafen. Es bleibt kaum Zeit füreinander – und auch keine Energie mehr. Nähe spüren, zärtlich sein oder miteinander schlafen? Fehlanzeige! Die wenige freie Zeit, die bleibt, lebt ihr nur noch nebeneinander her: einer von euch sitzt z. B. am Computer und der andere vor dem Fernseher. 

 

Hier erfährst du, wie ihr in einer langjährigen Beziehung ein Paar bleibt und wieder Zeit zu zweit genießt. Lies weiter, wie alles wieder viel leichter und froher wird. 

Im Laufe der Jahre wurdest du immer unzufriedener. Reden klappt nicht. Es kommen wenig Antworten, viel wird falsch verstanden und dann streitet ihr euch wieder – es klärt nichts. Du merkst immer wieder: so schafft ihr es nicht, Beziehungsprobleme lösen zu können. Du hast schon eine Paartherapie vorgeschlagen. Aber dein Partner bzw. deine Partnerin will das nicht, findet sogar alles in Ordnung. 

Gedankenkreisen loswerden

Nichts ist in Ordnung, da stimme ich dir vollkommen zu! Meine Erfahrung als Paartherapeutin ist: Dein Partner bzw. deine Partnerin fühlt sich auch nicht wohl. Will nur nicht mitkommen, um nicht wieder nur Probleme zu wälzen und vielleicht sogar zum Schuldigen gemacht zu werden. 

 

Deshalb lade ich dich hier dazu ein, nicht noch mehr von dem zu machen, was nicht funktioniert. Probiere etwas Anderes aus, um nicht mehr nebeneinander her zu leben! Statt zu reden – handele. Statt dich auf all das zu konzentrieren, was nicht funktioniert – achte auf Gutes.  Wenn du Schönes erleben willst, dann tue selbst etwas Schönes. 

 

Warum führt dich das in mehr Gemeinsamkeit, Nähe und neue Leidenschaft - ohne dich verbiegen und deinen Ärger runterschlucken zu müssen? Lies weiter, um das von mir beantwortet zu bekommen und zu erfahren, welche 5 Wege dich zu diesem Ziel führen. 

1. Was du prüfen solltest, um nicht mehr nur noch nebeneinander her zu leben

Als du noch frisch in deinen Partner oder deine Partnerin verliebt warst, drehte sich alles um diesen Menschen. Dann kam der Nachwuchs. Plötzlich gab es einen weiteren Menschen in deinem Leben, dem du deine Liebe geschenkt hast und der deine Zeit sehr in Anspruch nahm. Dadurch sind dir andere Dinge im Alltag wichtiger geworden. 

 

Jetzt bist du erneut an einem Punkt angekommen, wo du neu sortierst, was dir in deinem Leben wichtig ist. Deshalb prüfe zunächst, wie wichtig ist für dich, dass deine Beziehung wieder liebevoll und wertschätzend wird? Vielleicht sogar die Beziehung retten zu wollen? Wo schätzt du das auf dieser Skala ein:

Ich gehe davon aus, dass du eine Zahl irgendwo auf der oberen Hälfte der Skala gewählt hast. Sonst würdest du diesen Artikel nicht lesen. Nun schätze auf einer Skala die Zeit ein, die du für Aktivitäten als Paar einräumst, d. h. für all die Dinge, die ihr noch in eurer Verliebtheitszeit gemacht habt:

Wenn du etwas verheimlichst, weil du nicht verletzen willst, dann verletzt du mit der Dreiecksbeziehung auf andere Weise: Kommt es doch raus, geht es nicht nur um das Fremdgehen an sich. Dass du es verheimlicht hast, verletzt noch viel schwerer. Selbst wenn es nie herauskommt, was du verschweigst, beeinträchtigt deine Verheimlichung die Atmosphäre zwischen euch.

 

Dein Partner bzw. deine Partnerin entscheidet selbst, was er oder sie aus der Dreiecksbeziehung macht: an den Problemen festzuhalten und darunter zu leiden. Die Opferrolle anzunehmen und jegliche Verantwortung für negative Entwicklungen in der Partnerschaft allein dir zuzuschreiben. Oder dir das Fremdgehen verzeihen und Vertrauen wieder aufbauen zu können. Die Konflikte als eine Chance zu ergreifen, um daraus positive Veränderungen zu bewirken. Veränderungen, die auch deinen Partner bzw. deine Partnerin in der Beziehung wieder glücklicher machen als vor der Dreiecksbeziehung. 

 

Mir hat eine Klientin in der Paartherapie gesagt: „So etwas wünsche ich niemandem, was ich erlebt habe. Aber im Endeffekt bin ich sehr froh, weil wir dadurch wieder zueinander gefunden haben. Vorher waren wir nur noch wie Bruder und Schwester. Es war hart, aber wir sind uns wieder näher gekommen. Jetzt sind wir wieder ein Paar, und es ist schöner als je zuvor.“ 

 

Du hast wenig Einfluss auf die Gefühle eines anderen Menschen. Auch was die Person daraus macht, mit der du fremdgehst, entscheidet dieser Mensch selbst. Selbst bei Kindern ist das so. Du hast Kinder und sorgst dich, dass sie unter einer Trennung zu sehr leiden könnten? Ich kenne Menschen, die über ihre eigene Kindheit sagen: meine Eltern hätten sich trennen sollen! Warum?

 

Stell dir vor, das geht mit der Dreiecksbeziehung so weiter wie bisher – die nächsten 1, 2, 5, 10 Jahre: Ist das dann ein Ende mit Schrecken oder Ende ohne Schrecken? Du kannst es gar nicht vermeiden, einen anderen Menschen zu verletzen! Höre also auf, darüber zu grübeln, was du tun und lassen müsstest, um niemandem zu schaden.

2. Wie du die Gemeinsamkeit in der Beziehung wiedererwecken kannst

Es sollten Aktivitäten sein, an denen nur ihr teilnehmt. Also gemeinsam etwas mit anderen Freunden zu unternehmen, zählt nicht dazu. Das ist wie damals, als ihr noch verliebt zu zweit etwas gemacht habt – da wolltet ihr einen Teil eurer Zeit auch nicht mit Freunden gemeinsam verbringen! Wenn beispielsweise eine Person von euch beiden gerne fotografiert und die andere gern spazieren oder schwimmen geht – verbindet das miteinander. Es sollten Aktivitäten sein, an denen ihr beide Spaß haben könnt. Es kann aber auch bedeuten, einfach mal einen Film gemeinsam anzusehen. 

 

Die Gemeinsamkeit ist dabei nicht nur, den Film zu sehen. Das wäre sonst wieder ein nebeneinander her leben, wenn jeder von euch nur auf die Glotze starrt. Es kommt z. B. auf die Vorbereitung und der Austausch danach an. Überlege dir, wie jeder einen Teil dazu beitragen kann, dass es ein gemütliches Beisammensein wird. Besprich und kläre das mit deinem Partner bzw. deiner Partnerin vorher. Wechselt ihr euch ab, falls z. B. der Nachwuchs wach wird? Wer besorgt den Wein und was zu knabbern? Wer deckt den Tisch und zündet ein paar Kerzen an? Sprecht nachher darüber, was jedem von euch beiden an diesem Film gefallen hat und was nicht.

3. Wie du wieder Nähe erreichst und ihr nicht mehr nebeneinander her leben werdet

Zeige wahres Interesse an dem, was deinen Partner bzw. deine Partnerin beschäftigt. Ihr habt unterschiedliche Interessen? Du musst nicht für das brennen, was deinem Partner bzw. deiner Partnerin gefällt. Aber interessiere dich für die Begeisterung dieses Menschen. 

 

Hier nochmal das Beispiel, wenn du eher sportlich wärst und dein Partner bzw. deine Partnerin es lieben würde zu fotografieren. Dann lässt du dir erzählen: warum der Kauf von einem neuen Objektiv gewünscht ist, welche Bildmotive dafür passend sind und warum das Objektiv XY das genau richtige dafür ist. Auch wenn für dich selbst schnuppe wäre, welches Objektiv besser wäre. Es geht schließlich nicht ums Objektiv, sondern um deinen Partner bzw. deine Partnerin, was dich interessieren sollte. Im Gegenzug wirst du danach gefragt, ob heute das Schwimmbad voll war, wie zufrieden du mit der eigenen Schwimmleistung bist und wie es dir mit den Verspannungen nach der Nutzung der Wassermassagedüsen nun geht. 

 

Zeige also deinem Partner bzw. deiner Partnerin, dass du dich immer noch für ihn bzw. sie interessierst. Am besten täglich. Mache den ersten Schritt, um nicht mehr nur noch nebeneinander her zu leben. Fragst du dich jetzt: Warum muss ICH immer den ersten Schritt machen? Weil du damit etwas für dich tust! Mache nicht den schlimmsten Fehler - vermeide die „Aber-zuerst-Falle“! 

 

Sie bedeutet, dass du erst dann etwas verändern willst, wenn dein Partner bzw. deine Partnerin den ersten Schritt schon vollzogen hat. Du machst dich damit selbst zum Opfer, wenn du passiv wartest, bis er bzw. sie etwas für dein Glück tut. 

„Das Geheimnis von Veränderung besteht darin, deine ganze Energie darauf zu konzentrieren, Neues aufzubauen, statt Altes zu bekämpfen.“ 

(Sokrates)

Das kannst du schon durch Kleinigkeiten bewirken, z. B. wenn dein Partner bzw. deine Partnerin am PC sitzt und du auf der Couch beim Fernseher: setz dich mit an den Computer statt darauf zu warten, dass ihr gemeinsam auf der Couch landet. Frag mit ehrlichem Interesse, was ihn bzw. sie da am PC gerade so fasziniert.

4. Was du alleine tun musst, um wieder eine glückliche Partnerschaft zu erreichen

Arbeit, Kinder und Haushalt schaffen dich so sehr, dass du abends nur noch müde ins Bett fällst? Du hast gar keine Interessen mehr, die du selbst verfolgst? Dann wird es höchste Zeit, dass du dir Zeit und Möglichkeiten schaffst, eigenen schönen Aktivitäten wieder nachzugehen. Das muss kein großes Hobby sein. Was hat dir früher Spaß gemacht? Was hat dich schon lange gereizt zu tun? 

 

Jetzt fragst du dich, warum du etwas alleine machen sollst, wenn es doch hier darum geht, nicht mehr nebeneinander her zu leben? Wenn du was für dich ganz alleine planst, gewinnst du auf mehrfache Weise hinzu: Du kannst wieder mit eigenen Gesprächsinhalten zu einem gemeinsamen Austausch beitragen. Indem du etwas machst, wozu nur du Lust hast, schöpfst du mehr Energie. Dadurch wirst du auch wieder zufriedener und ausgeglichener. 

 

Das wirkt sich positiv auf die Atmosphäre in der Beziehung aus. Du bist nicht mehr die nörgelnde Person mit den herunterhängenden Mundwinkeln. Das macht dich auch wieder attraktiver für deinen Partner bzw. deine Partnerin! Dadurch kommt auch wieder viel leichter Lust auf, etwas mit dir gemeinsam zu besprechen oder zu tun. Du kannst dadurch vielleicht sogar dein Selbstvertrauen stärken, weil du dich auch wieder unabhängiger fühlst.

1.     Welcher Ausgleich äußerst wichtig ist, um nicht mehr nebeneinander her zu leben

Es geht meist um störende, ärgernde und frustrierende Dinge, wenn ihr tiefere Gespräche führt? Wenn du schon mehrfach versucht hast, ein klärendes Gespräch zu führen, dann hast du dich selbst auch auf deine Unzufriedenheit und auf Negatives konzentriert.  Du möchtest dich mehr wertgeschätzt fühlen? Wieder positive Aufmerksamkeit erhalten? 

 

Dann bringe die Waage ins Gleichgewicht bei Komplimenten und Kritik. Achte darauf, dass du gleichermaßen viele positive wie negative Rückmeldungen gibst. Wann hast du das letzte Kompliment gemacht? Es wird sich positiv auf die Stimmung zwischen euch auswirken. Im Endeffekt tust du damit sogar etwas für dich.

„Das Lächeln, was du aussendest, kehrt zu dir zurück.“ 

(Indische Weisheit)

Aber wie kann dir das gelingen, wenn du durch das ständige nebeneinander her leben keine Ideen mehr dazu hast und so unzufrieden bist? Beginne damit, auf positive Kleinigkeiten im Alltag zu achten. Bedanke dich mal wieder für etwas, was immer so selbstverständlich von deinem Partner oder deiner Partnerin übernommen wird. Teile noch heute mit, was du an ihm bzw. ihr schätzt. Lasse bittende, fordernde oder gar vorwurfsvolle Aussagen dabei weg, weil du sonst alles sofort wieder zerstörst, wie als ob du einen Panzer drüber rollen lassen würdest. 

 

Wenn dir das schwerfällt, beobachte erstmal: was passiert in deinem Alltag, was sich nicht ändern soll? Notiere es, wann immer dir etwas auffällt. Sammle die Stichworte auf einem Zettel z. B. in der Geldbörse. Dadurch lenkst du deine Aufmerksamkeit auf die kleinen, aber feinen Dinge im Alltag. Dir wird viel mehr einfallen, wofür du dich bedanken oder worüber du etwas Positives sagen kannst. 

Deine nächste Schritte zur glücklichen Partnerschaft auch mit Kind:

  • Schreibe dir jetzt auf, welche Aktivität du alleine machen möchtest. Erstelle dann eine weitere Liste mit Ideen, was ihr als Paar gemeinsam machen könntet. Denk dran: beide sollten etwas von den gemeinsamen Aktivitäten haben. Das ist ein „Brainstorming“: du notierst dir alles, was dir einfällt - egal wie unmöglich es dir erscheint. So bekommst du ganz viele Ideen. Bewerte sie nicht danach, ob sie umsetzbar sind - das kommt erst später! Nur so bremst du dich nicht in deinem Ideenreichtum aus.
  • Lege dir Zettel und Stift bereit, damit du immer direkt notieren kannst, wenn dir etwas Positives auffällt. Nutze alternativ die Notizfunktion deines Handys dafür.
  • Wähle für das Gespräch über mögliche gemeinsame Aktivitäten einen Zeitpunkt, an dem dein Partner bzw. deine Partnerin offener für einen Austausch sein könnte. Hungriges und gestresstes Eintreffen zu Hause nach Feierabend ist somit nicht so günstig. Manchmal braucht es einfach nur etwas Zeit zum Ankommen und eine Ankündigung des Gesprächs. Wenn du sie mit dem Hinweis versiehst, dass es um positive Inhalte geht, schürst du auch noch positive Neugier, direkt Aufmerksamkeit und eher die Lust, etwas gegen das nebeneinander her leben zu machen. 
  • Mache es euch für das Gespräch schon möglichst gemütlich und ohne störende Einflüsse von außen. Bleib wertschätzend im Gespräch, ohne Vorwürfe und Forderungen. Nutze deine vorher gesammelten Stichworte, um mal wieder ein Kompliment zu machen oder einfach „Danke“ zu sagen.
  • Mache dann mit deinem Kalender und Adressbuch die Ideen umsetzbar: Frage Familienangehörige und Freunde, ob sie Babysitter sein können. Wenn du niemanden findest, dann versuche es mit einer Kleinanzeige. 

Du kannst über deine Gefühle nur schwer sprechen? Deine Bedürfnisse nicht zu übergehen, dich abzugrenzen und deinen Ärger angemessen zu äußern ohne gereizt zu reagieren oder zu explodieren: das würdest du gerne lernen? Ich garantiere dir, dass es auch dir gelingt. Mache es dir viel leichter - werde gelassener und selbst zum Glücksfinder. Trage dich hier ein, um zu lernen, was du dafür brauchst:

Gehe deinen Weg, jetzt!

 

Viel Erfolg dabei wünscht dir 

 

Petra Ahrweiler

P.S.: Welche Anregung aus diesem Artikel hat dich besonders nachdenklich gemacht? Ich freue mich auf deinen Kommentar hier unten drunter. Er erscheint erst, nachdem ich ihn freigeschaltet habe, um Spam zu vermeiden.

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