3 Schritte zum Beziehungsprobleme lösen und sich dem Gespräch gewachsen fühlen

Wie du Beziehungsprobleme lösen kannst und die richtigen Worte findest
Sicheren Schrittes die richtigen Worte finden – den Absturz vermeiden

Du fühlst dich unverstanden? Es hört sich so an, als wenn du an allem schuld seist? Du denkst, dass du dich nicht gut genug ausdrücken kannst? Du schweigst und hörst dir die Monologe deines Partners bzw. deiner Partnerin an, während dein Ärger und deine Verletzung immer stärker ansteigen? Nun steht vielleicht sogar schon die Trennung im Raum? Es ist, als wenn ihr auf einen Abhang zusteuert. Du willst anhalten. Umkehren. Deinen Partner bzw. deine Partnerin motivieren, mit dir die Beziehungsprobleme lösen zu wollen– aber du weißt nicht wie?

 

Hier findest du erste Schritte zu einem Neuanfang. Du bewirkst einen Ausstieg aus zerstörerischen Gesprächen. Lies weiter, um auch deinen Ärger loszuwerden, ohne die Probleme zu vertiefen. Worte zu finden, mit denen du etwas bewirken und deinen Teil dazu beitragen kannst, eine Trennung abzuwenden. 

1. Wie du erkennst, womit du dir selbst ein Bein stellst

Denkst du, deinem Partner bzw. deiner Partnerin nicht gewachsen zu sein? So etwas wird in der Psychologie als „Glaubenssatz“ bezeichnet. Wir alle haben solche und andere Glaubenssätze in uns. Manche schaden uns, andere sind hilfreich. 

 

Du hast schon einen ganz wichtigen Schritt zu deiner Weiterentwicklung getan, indem dir dieser Glaubenssatz bewusst wird. Vielen Menschen sind ihre eigenen Glaubenssätze nämlich gar nicht klar. Sie müssen erst mühsam in einer Beratung oder Therapie tief in sich graben, um sie sich zu verdeutlichen. Du hast also eine große Fähigkeit zur Selbstreflektion. Also bleib dran und lies hier weiter. So kannst du sehr viel erreichen. 

 

Glaubenssätze beziehen sich darauf, ob du etwas schaffen wirst. Es geht also um ein Ereignis in der Zukunft. Deshalb steckt das Wort „Glaube“ darin. Schließlich weißt du noch nicht, wie das nächste Gespräch ausgehen wird. Auch wenn du dich bisher oft als scheiternd erlebt hast. Auch du kannst die Zukunft nicht voraussehen.

Gedankenkreisen loswerden

Sicherlich gibt es Glaubenssätze, die hilfreich für dich sind. Wenn du z. B. den Glaubenssatz hast, dass du gut darin bist, eine Reise zu planen oder handwerklich eine bestimmte Aufgabe zu bewerkstelligen, dann wirst du das viel besser hinbekommen, als wenn du von dir selbst denkst: „Ich bin ein Chaot und kann nicht planen oder organisieren. Ich habe zwei linke Hände und bekomme handwerklich eh nichts hin.“

 

Wenn du also glaubst, dass du deinem Partner bzw. deiner Partnerin nicht gewachsen bist, blockierst du dich damit selbst. Du trägst dann sogar dazu bei, dass ihr weiter auf den Abhang zusteuert. Wenn dir dieser Gedanke durch den Kopf geht, weißt du erst recht nicht mehr, was du sagen könntest. Du machst dich selbst mundtot und schweigst. Mal ehrlich, wie sollst du mit dieser Haltung deine Beziehungsprobleme lösen können?

 

Doch kein Mensch tut etwas, nur um sich selbst zu schaden. Deshalb vermute ich mal, dass du schweigst, um dich vor noch tieferen Verletzungen zu schützen. Doch wenn du schweigst, dann kommunizierst du auch! Schweigen führt nicht dazu, dass es weniger Ärger gibt. Sprechen oder Schweigen – beides ist Kommunikation! Schweigen kann z. B. auch als Strafe von deinem Gegenüber empfunden werden. Das geht nicht nur denjenigen Menschen so, die in ihrer Kindheit ein Schweigen als Liebesentzug erlebt haben.

 

Schweigen ist eine unklarere Form der Kommunikation als ein undeutliches Sprechen. Das Risiko, dass du missverstanden wirst, wird dadurch größer. Und die Chance, deine Beziehungsprobleme zu lösen, geringer.

 

Du wirst während des Schweigens immer mehr Ärger und Gefühle der Verletzung und Enttäuschung ansammeln. Bis es aus dir herausbricht! Vielleicht mit einer „Spitze“. Auch damit trägst du dazu bei, dass der Streit eskaliert. Frage dich deshalb jetzt, was du wirklich willst. 

„Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.“

(Chinesische Weisheit)

Vermutlich war das jetzt hart zu lesen. Du machst dir sowieso schon viele Selbstvorwürfe und ich sage dir nun auch noch, dass du mehr Verantwortung übernehmen sollst! Werte dich deshalb nicht ab. Nimm diese Fehler als Lernerfahrung und mach zukünftig was anders. 

2. Wie du die Hindernisse beim Beziehungsprobleme lösen aus dem Weg räumst

Du hast nicht die alleinige Schuld daran, wie es jetzt in deiner Partnerschaft aussieht. Beide Personen in einer Partnerschaft tragen immer die Verantwortung für die Probleme und deren Verlauf gemeinsam. Wenn du dir selbst einen deutlich größeren Anteil an Schuld zuschreibst, dann ist das ebenfalls nicht hilfreich für die Lösung der Probleme. Auch damit schwächst du dich selbst. 

„Anderen an seinem Unglück die Schuld geben, ist ein Zeichen von Dummheit. Sich selbst die Schuld geben, ist der erste Schritt zur Einsicht. Weder anderen noch sich selbst die Schuld geben, ist ein Zeichen von Weisheit.“ 

(Epiktet)

Du brauchst doch jetzt ganz viel Kraft, um diese Beziehungskrise durchzustehen und die Beziehungsprobleme lösen zu können! Mache dir deshalb selbst klar: Du bist Fachfrau bzw. Fachmann für dich. Was in dir vorgeht - was du fühlst und empfindest - was deine Bedürfnisse und Wünsche sind, das kannst nur du wissen! Niemand kann das besser wissen als du. 

 

Und darum geht es beim Beziehungsprobleme lösen und dem Finden der richtigen Worte: dass du deine Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche mitteilst. Die sind immer richtig! Wenn du sagst, was in dir vorgeht, bewirkst du etwas zur Weiterentwicklung von dir, deinem Partner bzw. deiner Partnerin und eurer Beziehung. Dabei kannst du also gar nicht falsch liegen. 

 

Damit du verstanden wirst: Versetze dich in deinen Partner bzw. deine Partnerin hinein. Wie würdest du selbst reagieren, wenn dir jemand etwas auf diese Weise mit dir sprechen würde? Mit diesem Tonfall und dieser Lautstärke? Würdest du dich angegriffen fühlen? Hättest du das Gefühl, dir wird die Schuld gegeben? 

 

Falls du die letzten 2 Fragen bejaht hast, dann erinnere dich noch einmal daran, was du eigentlich wirklich willst. Nur deinen Ärger loswerden und bei einer Verletzung zurückschlagen? Oder deinen Partner bzw. deine Partnerin motivieren, mit dir die Beziehungsprobleme lösen zu wollen?

„Wer den Hafen nicht kennt, für den ist kein Wind günstig.“ 

(Seneca)

Wenn du wirklich etwas zur gemeinsamen Veränderung beitragen willst, dann antworte auf einen verletzenden Satz nicht mit einem Gegenangriff. Kläre erstmal, ob du deinen Partner bzw. deine Partnerin richtig verstanden hast. Die meisten Verletzungsgefühle entstehen durch ein Missverständnis! 

 

Ich erlebe immer wieder in meiner Paartherapie-Praxis, dass in den seltensten Fällen eine geplante Verletzung erfolgt. Und selbst wenn das mal passiert, bedeutet es nicht, dass du an etwas Schuld bist. Wenn dein Partner bzw. deine Partnerin dich angreift, sagt das nichts über dich aus. 

 

Es sagt etwas über deinen Partner bzw. deine Partnerin aus. Er bzw. sie ist verletzt, hat etwas als Angriff oder fehlende Wertschätzung verstanden. Du bist mit deinen Gefühlen, Bedürfnissen und Wünschen trotzdem genau richtig, so wie du bist. Also lass deine Schuldgedanken beiseite und frage mitfühlend nach, was in dein Gegenüber gerade vorgeht.

3. Wie du im richtigen Moment das Wort ergreifst

Malst du dir erst im Detail aus, wie das Gespräch verlaufen könnte? Was du sagen müsstest? Wie du reagieren könntest? Du trägst nicht alleine die Verantwortung für den Gesprächsverlauf. Du kannst ihn auch nicht voraussehen. Komm weg vom Grübeln und gehe ins Handeln über!

Gedankenkreisen loswerden

Wenn du schweigend zuhörst und dann irgendwann losschießt, hast du zu lange gewartet, bis du das Wort ergriffen hast. Schätze jetzt auf der folgenden Skala ein, welcher Zahlenwert zwischen 0 und 10 auf dich zugetroffen hat:

Bestimmt hast du ziemlich weit oben gelegen, oder? Nun prüfe, auf welchem Wert du maximal sein dürftest, um noch wertschätzend, respektvoll und ruhig sprechen zu können. Nimm dir im nächsten Gespräch diesen zuletzt gewählten Zahlenwert als absolute Grenze vor. Prüfe während des Gesprächs immer wieder innerlich, auf welchem Zahlenwert du dich gerade befindest. Ergreife das Wort, bevor du diese Grenze überschreitest. 

 

Manchmal kann es extrem schnell gehen, dass du auf der Skala hochschießt. Ein Wort oder ein Satz reicht oft aus. Dann unterbrich das Gespräch. Bitte deinen Partner bzw. deine Partnerin um eine kurze Pause, damit du dich sammeln kannst. Prüfe dann, was dieser Satz oder dieses Wort in dir ausgelöst hat. 

 

Ergründe deine Gefühle. Bleib bei dir! Das hat etwas mit dir zu tun, nicht mit deinem Partner bzw. deiner Partnerin. Dies kannst du auch daran erkennen, dass eine befreundete Person oder jemand aus deiner Familie ganz anders darauf reagieren würde. Wie du reagierst, kann wiederum mit deinen Glaubenssätzen zusammenhängen. Oder mit früheren Erfahrungen, vielleicht sogar aus deiner Kindheit. Oder aus anderen Partnerschaften. 

 

So kannst du etwas Distanz zu deinen Gefühlen erlangen und wieder eine Haltung zurückgewinnen, die dich respektvoll und wertschätzend bleiben lässt. Gehe dann wieder auf deinen Partner bzw. deine Partnerin zu. Beschreibe ihr bzw. ihm, was in dir vorgegangen ist. Frage nach, ob du deinen Partner bzw. deine Partnerin überhaupt richtig verstanden hast.

Deine nächsten Schritte für ein erfolgreiches Beziehungsgespräch

  • Überprüfe deine „Glaubenssätze“. Mache aktiv etwas gegen diejenigen, welche dir nicht weiterhelfen. Bestärke dich selbst darin, dass du die Beziehungsprobleme lösen kannst und die richtigen Worte finden wirst. Hänge dir einen Zettel an den Spiegel, auf dem steht, dass nur du dein Innerstes vertreten kannst. Oder hole dir Hilfe durch ein Gespräch mit Freunden, einem Beratungsgespräch oder einem passenden Kurs. Egal was es ist, aber komme aus deiner Passivität heraus. Werde jetzt aktiv und mache den ersten Schritt, um diese Glaubenssätze abzubauen. 
  • Mache dir jetzt eine Art Spickzettel für das nächste Gespräch. Erinnere dich damit an dein wahres Gesprächsziel, deinen persönlichen Skalen-Grenzwert und die Gesprächspause im Falle der Überschreitung. Notiere dir, dass du in der Pause feststellen willst, was an deinen Gefühlen und Reaktionen typisch für dich ist. Vermerke dir, dass du nach der Pause deinen Partner bzw. deine Partnerin zuerst fragen willst, ob du das richtig verstanden hast. Erinnere dich dabei auch daran, dass du dich in deinen Partner bzw. deine Partnerin hineinversetzen willst, um eine respektvolle und wertschätzende Wortwahl sowie den passenden Ton zu finden. 
  • Lege dir den Zettel so parat, dass du ihn dir vor dem nächsten Gespräch nochmal ansehen wirst.

Gehe deinen Weg, jetzt!

 

Viel Erfolg wünscht dir 

 

Petra Ahrweiler

 

P.S.: Wo ist dein Skalen-Grenzwert? Wie weit ist er von deinem bisherigen Wert entfernt, den du erreicht hast, bis du etwas gesagt hast? Ich freue mich auf deinen Kommentar hier unten drunter. Dein Kommentar erscheint, nachdem ich ihn freigeschaltet habe, um Spam zu vermeiden.

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