Ehe retten: Ich bin fremdgegangen, wie kann ich meine Beziehung retten?

Ehe retten
Den Beziehungsbrand löschen

Jetzt wird dir klar, du hast Sch….. gebaut. Der Haussegen hängt völlig schief. Du fühlst dich wie unter Schock. Brauchst erstmal Zeit um herauszufinden, was mit dir passiert ist. Ruhe reinbekommen, aber wie? Du weißt selbst nicht, wie sich das alles so weit entwickeln konnte. Ein totales Gefühlschaos ist da: Schuldgefühle, Ärger und Unzufriedenheit und noch viel mehr. Alles dreht sich nur noch darum, selbst beruflich kannst du dich nur noch schwer konzentrieren. 

 

Lies hier, was die wichtigsten 3 Schritte sind, um deine Beziehung bzw. Ehe retten zu können. Du findest heraus, was schiefgelaufen ist und was du eigentlich selbst willst. So bewirkst du eine positive Wende und entwickelst aus dieser Krise sogar eine Chance für neues Liebesglück.

Eure Partnerschaft gibt es vermutlich schon ziemlich lange. Vielleicht mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte. Ihr habt schon vieles durchgemacht. Du hast viel Rücksicht genommen. Eigene Interessen vernachlässigt. Oder du bist ihnen nur noch alleine nachgegangen. 

 

Ihr hattet noch gemeinsame Aktivitäten, aber das wirklich tiefe Interesse aneinander fehlte. Vielleicht hast du dich sogar immer schlechter behandelt gefühlt, weil die Atmosphäre mehr von Desinteresse und Gereiztheit geprägt war. Oder eure Partnerschaft war nur noch wie eine Beziehung zwischen Geschwistern. Organisatorisch funktionierte einiges, ihr seid ein eingespieltes Team in vielen Alltagsdingen gewesen. Aber vieles zu einer glücklichen Liebesbeziehung fehlte:

 

Wahres Interesse.

Geistige Nähe. 

Zärtlichkeit.

Erotik.

Sex.

 

Du warst vorher sehr unzufrieden in deiner Partnerschaft, aber das schwelte unterbewusst vor sich hin. Durch das Fremdgehen hast du nach langer Zeit mal wieder erlebt, was es bedeutet, wenn jemand begeistert von dir ist, und dich in den Mittelpunkt stellt. Es ging dir nicht nur um aufregenden Sex. Du hast dich wieder begehrt gefühlt. Das ging wie Honig runter. 

 

Als dein Fremdgehen aufgeflogen ist, wurde dir erst richtig klar, welche Konsequenzen das für deine Partnerschaft haben kann. Du hast mit dem Feuer gespielt und jetzt hast du dir in der Partnerschaft heftig die Finger verbrannt. 

 

Eigentlich wusstest du, was passieren kann. Das Fremdgehen war fast wie ein Aufkündigen der Beziehung – aber auch nur fast! Denn nun merkst du, da lässt dich noch etwas zögern, die Beziehung einfach aufzugeben. 

Warum du mit dem Fremdgehen auch positiv zum Ehe retten beiträgst

Du fragst dich, wie es so weit kommen konnte? Dein/e Partner/in wolltest du niemals so verletzen. Deshalb schmerzen dich die Reaktionen. Du fühlst dich schuldig. Klar, du bist zwar verantwortlich für den Vertrauensbruch. Doch was dein/e Partner/in gefühlsmäßig daraus macht, ist seine/ihre Verantwortung. Wut, Ärger, Enttäuschung, Trauer, Angst und alle anderen Gefühle gehören immer der Person, die sie empfindet. Einzige Ausnahme: Du bist fremdgegangen, nur weil du deinem/deiner Partner/in eins auswischen wolltest. Dann wäre das pure Absicht. 

Gedankenkreisen loswerden

Wenn das nicht der Fall ist, dann bedenke: Viele Menschen würden ganz anders mit einem solchen Vertrauensbruch umgehen. Beispielsweise bestürzt fragen, was dazu beigetragen hat, dass Ihr Euch nur noch so wenig über euch persönlich intensiv ausgetauscht habt. Wie es kommen konnte, dass du deine Wünsche und Bedürfnisse nicht mehr geäußert und dein/e Partner/in sie nicht mehr wahrgenommen hat. 

 

Welche Gefühle du auslöst, liegt nicht in deiner Macht. Aber übernehme Verantwortung für das, was du getan hast. Und auch für das, was du nicht getan hast, nämlich darüber zunächst zu schweigen was dir fehlte und was dich unzufrieden machte. Das hilft auch deiner/deinem

Partner/in, wenn du auf diese Weise das Fremdgehen bereust. Du gibst damit vor dir und ihr/ihm zu, dass du etwas verändern und nicht einfach so weitermachen willst. Insofern kannst du das Fremdgehen sogar auf positive Weise betrachten.

„Jede Medaille hat 2 Seiten.“

(Volksweisheit)

Du hast es damit geschafft, dich selbst und deine Partnerschaft aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken. Somit hast du also selbst damit etwas zum Beziehung oder Ehe retten beigetragen. Sonst wäre deine Partnerschaft vermutlich irgendwann im Tiefschlaf gestorben. Klar wäre es schöner und besser gewesen, liebevoll und wertschätzend deinem/deiner Partner/in mitzuteilen, was du dir in der Beziehung wünscht und was schiefläuft. Du hast Dornröschen nicht wachgeküsst, sondern auf härtere Weise geweckt. Aber das Ergebnis zählt.

 

Nebeneinanderher leben – das läuft jetzt nicht mehr. Trotz heftiger Streits ist nun eine intensive Nähe zwischen dir und deiner/deinem Partner/in entstanden. Ich wette, dass Ihr jetzt wieder über Themen wie Liebe, Zuneigung und andere Gefühle sprecht, was ihr schon ganz lange nicht mehr getan habt. Das zeigt auch, wie tief die Gefühle zwischen euch noch sind. Denn ihr streitet miteinander. Da würdest du nicht mitmachen, wenn dir dein/e Partner/in egal wäre. Zu tiefen Gefühlen gehören auch starke Reaktionen – in positiver wie in negativer Weise. 

„Es gibt in jeglichem Leben harte Schläge, wie es in jeglichem Sommer Gewitter gibt; und je schöner der Sommer ist, umso mächtiger donnern die einzelnen Gewitter über die Erde.“ 

(Jeremias Gotthelf)

Deine Schuldgefühle bringen dich nicht ausreichend weiter. Sie rauben dir viel Kraft, die du jetzt brauchst, um den Dreh raus aus der Krise und rein in eine positive Zukunft zu schaffen. Für dich und auch für deine/n Partner/in ist jetzt wichtig herauszufinden, was du eigentlich willst. Dadurch kommt ihr wieder mehr zur Ruhe und du gewinnst neue Energie.

1. Wie du dein Selbstvertrauen stärken kannst, um eine richtige Entscheidung zu treffen

Deine Partnerschaft war schon lange nicht mehr das Gelbe vom Ei, aber sie aufgeben…..? So wirst du dir klarer: Stelle dir eine Skala von 0 bis 10 vor und schätze deine Zufriedenheit in deiner Partnerschaft ein, und zwar bevor es zu dem Seitensprung kam. Die Null steht für das völlige Fehlen von Zufriedenheit und die 10 für die höchstmögliche Ausprägung:

Durch deine Einschätzung setzt du dich konkreter mit deinen Beweggründen auseinander. Damit du aber jetzt auch klarer bekommst, was du heute willst, schätze dich auf einer solchen Skala erneut ein. Diesmal geht es aber um deine Bereitschaft, etwas bei dir und für eine bessere Partnerschaft zu tun. Die Null steht also jetzt für keinerlei Bereitschaft, die Zehn dagegen für deine höchstmögliche Motivation:

2. Wie du positive Energie in die Beziehung bringst

Diese Selbsteinschätzung kann dir helfen, wieder Vertrauen in dich und im nächsten Schritt auch in die Partnerschaft zu entwickeln. Wenn du aus der Krise rauskommen willst, ist es wichtig, dass du für dich eine Entscheidung triffst. 

 

Ich erlebe in Paartherapien immer wieder, dass für Partner/innen nicht der Seitensprung an sich das Schlimmste ist. Als viel verletzender wird benannt, dass die Vertrauensbasis verlorengeht, wenn es zu Lügen kommt und der Kontakt zur „Außenperson“ aufrechterhalten wird. Das ist ein wiederholter Vertrauensbruch, der Partner/innen viel tiefer schmerzt als ein „reinen Tisch zu machen“. 

 

Damit meine ich nicht, dass du erzählen solltest, was dich mit der anderen Person verbunden hat und was du mit ihr getan hast. Sondern es geht darum, ehrlich zu sein. Wenn du lügst, weil du deine/n Partner/in nicht noch tiefer verletzen willst, dann erreichst du damit genau das Gegenteil. Auch hier gilt: kümmere dich nicht um die Gefühle deines/deiner Partner/in, sondern um deine eigenen.

„Lebenskunst ist, Problemen nicht auszuweichen, sondern daran zu wachsen.“ 

(Anaximander)

Denn sei doch mal ehrlich zu dir: mit Verharmlosung oder Lügen versuchst du dich vermutlich eher vor Streit zu schützen. Löse deine eigenen Probleme statt die deiner/deines Partners/Partnerin. Finde bessere Alternativen, um Streits aushalten zu können. Ganz konkrete Verhaltensweisen, die dir dabei helfen. Beispielsweise deine Mitteilung, dass du eine Streitpause brauchst, um ruhig und lösungsorientiert bleiben zu können. Sage auch, wenn für dich genug Pause bestanden hat. Schließlich kannst nur du selbst wissen, wann du wieder zum Reden in der Lage bist. Übernehme also die Verantwortung dafür, weiter im Austausch zu bleiben. 

 

Ist die Person des Seitensprungs für dich Plan B, wenn die Beziehung scheitert? Wenn nicht, dann beende den Kontakt, und zwar komplett. Wenn die Außenperson leidet, dann bist du die völlig falsche Person zum Trösten! Bleib auch hier bei deinen Gefühlen und Bedürfnissen. Jede/r will von dir wissen, was du willst. Superman/-woman für die Gefühle der anderen Person ist nicht gefragt.

 

Treffe eine Entscheidung, worauf du deine Energie legen willst. Auf 2 Hochzeiten zu tanzen wird sehr anstrengend und äußerst schwierig. Wenn du deine Beziehung bzw. Ehe retten willst, dann wird es wahrscheinlich hilfreicher sein, dass du den Kontakt beendest. Damit strahlst du auch eine andere Energie auf deine/n Partner/in aus. Er/sie wird es spüren und wieder mehr offen dafür sein, mit dir an eurer Beziehung zu arbeiten. 

3. Wie du die Chancen weiter erhöhst, deine Beziehung oder Ehe retten zu können

Statt dich selbst weiter mit Schuldgefühlen zu geißeln, mache nun etwas für eine positive Entwicklung. Aus dem Seitensprung kannst du jede Menge über deine Gefühle und Bedürfnisse lernen. Fehler sind menschlich, sie sind zum Lernen da.

 

Beantworte die folgenden Fragen: Wünscht du dir, dass sich dein/e Partner/in wieder mehr für dich und deine Interessen interessiert? Gemeinsame schöne Zeit verbringen statt nebeneinander vor dem TV? Wie sollte die aussehen? Was lernst du aus dem Seitensprung für deine Beziehung? Was wünschst du dir von deinem/deiner Partner/in? Was kannst du vor allem auch selbst dazu beitragen? 

 

Schreib es jetzt für dich auf, um dir selbst klarer zu werden. Jetzt geht es erstmal nur um dich. Durch das Aufschreiben werden dir mehr Ideen kommen als beim reinen Nachdenken. Du kannst deine Notizen danach vernichten, oder sie für den gemeinsamen Austausch aufbewahren. Ob du darüber mit Partner/in sprechen willst, kannst du später immer noch entscheiden. 

 

Du hast das Gefühl, jetzt keine Ansprüche stellen zu dürfen? Ein Anspruch hört sich wie eine Forderung an. Es geht um ein Miteinander in der Beziehung, nicht nur um deine Bedürfnisse. Jetzt ist der Zeitpunkt günstig, wieder darüber ins Gespräch zu kommen. Sich gegenseitig die Wünsche und Bedürfnisse mitzuteilen und anzuhören und einen gemeinsamen Weg zu finden, der beide glücklich macht.

 

Ich wette, dein/e Partner/in wird dann auch etwas entdecken, was sich positiver gestalten lässt. Wenn ihr euch vor dem Seitensprung kaum noch gegenseitig richtig zugehört habt, dann hat auch dein/e Partner/in darunter gelitten. Vielleicht war ihr/ihm das nicht bewusst. Jede/r geht anders mit solchen Situationen um. Manche lenken sich ab, statt sich mit ihren Gefühlen und Wünschen auseinanderzusetzen, indem sie wie du auf andere Menschen zugehen. Andere ziehen sich zurück, werden immer in sich gekehrter oder stürzen sich immer mehr in Arbeit. Ich kenne jedenfalls keine Beziehung, bei der durch eine Krisenbewältigung nicht beide hinzugewonnen haben.

 

Wenn etwas verloren zu gehen droht, werden dir und deinem/deiner Partner/in erst klar, was wichtig ist. Schon oft habe ich erlebt, dass Paare nach einem solchen Ereignis nach Jahren erstmals wieder miteinander schlafen. Immer wieder kann ich miterleben, dass sich jetzt wieder gegenseitig zugehört wird. Nutze die Chance, zu äußern, was du willst. Dadurch erfährst du auch wieder mehr über deine/n Partner/in. 

 

Dadurch kannst du auch etwas dagegen tun, „rückfällig“ zu werden. Umso mehr du deine Energie in deine Partnerschaft steckst und diese sich verbessert, desto geringer wird das Risiko, dass du außerhalb deiner Beziehung das Bedürfnis bekommst, für die Erfüllung deiner Wünsche zu sorgen. 

Zusammenfassend - So setzt du das jetzt konkret um:

  • Wenn du es noch nicht getan hast, dann schätze dich jetzt auf den beiden Skalen ein.
  • Schreibe dir in Stichworten auf, was du aus dem Seitensprung über deine Wünsche und Bedürfnisse lernst. 
  • Notiere dazu, was du selbst tun kannst, um das Erlernte auf wertschätzende und respektvolle Weise bei deinem/deiner Partner/in zu äußern. Dazu gehört auch all das, was in dir Sicherheit und Vertrauen bewirkt, dass du über deine Gefühle und Bedürfnisse offen sprechen kannst.
  • Entscheide dich, worauf du deine Energie (zumindest für einen von dir selbst gewählten und festgelegten Zeitraum) konzentrieren willst. Falls du wirklich deine Beziehung bzw. Ehe retten willst, beende den Kontakt zur Außenperson komplett. 
  • Falls du keine solche Entscheidung aktuell treffen kannst, suche dir eine (neutrale!) Hilfe. Damit meine ich jemanden, der dich in diesem Entscheidungsprozess unterstützt und dabei neutral bleiben kann. Familienangehörige und vor allem Kinder sind dazu nicht geeignet!
  • Überlege dir Alternativen zum Beschwichtigen und Lügen, die es dir ermöglichen, auch Streit auszuhalten.
  • Übernehme Verantwortung für dein Fühlen und Handeln. Die Gefühle anderer sind deren Königreich.

 

Folge deinem Weg – jetzt!

 

Einen guten Austausch gemeinsam mit deinem/deiner Partner/in wünscht dir

 

Petra Ahrweiler

 

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