10 Wege zum Fremdgehen verzeihen und Vertrauen wieder aufbauen

Fremdgehen verzeihen Vertrauen wieder aufbauen
Vertrauen in der Beziehung wiederfinden

Die Bombe ist geplatzt – dein/e Partner/in ist fremdgegangen. Du fühlst dich betrogen und hintergangen. Das Vertrauen ist komplett weg. Du bist wütend und verletzt. Entschuldigungen und Zusicherungen, eure Partnerschaft fortführen zu wollen, gibt es reihenweise. Du weißt nicht, wie du das Fremdgehen verzeihen und überhaupt noch etwas glauben kannst. Eigentlich willst du die Beziehung nicht aufgeben, aber du fragst dich, ob du je Vertrauen wieder aufbauen und Nähe zulassen könntest.

 

Hier erfährst du, wie es dir gelingen kann, wieder zu vertrauen. Du führst dich und die Beziehung aus der Krise heraus in eine neue Chance. Diese 10 Wege helfen dir, das Fremdgehen zu verzeihen und dir dadurch sogar etwas Gutes zu tun. 

1. Warum Vertrauen wieder aufbauen bei dir selbst anfängt

Vertrauen hat etwas damit zu tun, dir deines/r Partner/in sicher zu sein. Das Fremdgehen hat dir den Boden unter den Füßen weggezogen. Du willst dich nicht noch mal so überrumpeln lassen und dafür etwas aktiv tun. Deshalb kontrollierst du: du durchsuchst Taschen, machst Kontrollanrufe, inspizierst das Handy. Sehr verständlich. Aber führt dies wirklich zur Sicherheit und neuem Vertrauen? Du kannst noch so viel kontrollieren, wenn dein Partner dich betrügen will, wird er Möglichkeiten finden. 

 

Das Kontrollieren hilft dir nur sehr kurzfristig. Die Angst kommt ganz schnell wieder. Und du tust gerade deinen Anteil dazu, dass weiteres Vertrauen zerstört wird. Denn mal ganz ehrlich, eine Handy-Kontrolle ist ein Eingriff in die Privatsphäre deines Partners und ebenfalls ein Vertrauensbruch. 

 

Sicherheit und Vertrauen wieder aufbauen – das wird dir nicht mit Misstrauen gelingen. Auch wenn es dir äußerst schwerfällt, höre auf damit. Du tust weder dir noch deinem/deiner Partner/in damit etwas Gutes und förderst damit deine Beziehung nicht. 

 

Überlege dir jetzt Alternativen, die dir Sicherheit geben. Beispielsweise mit allen Menschen in deinem Umfeld darüber zu sprechen, wo und wie sie dir Sicherheit in dieser Krise geben können. Vielleicht schon durch Kleinigkeiten, z. B. in den Arm nehmen, wenn du gerade wieder völlig geschockt bist, dass du von diesem Ereignis so überrumpelt wurdest. Und wenn du denkst, dein/e Partner/in müsse dafür sorgen, dass du dich wieder sicher fühlst: lese im nächsten Punkt, warum du dir damit selbst schadest.

2. Wie du aus der Hilflosigkeit rauskommst

Da dein Partner mit dem Seitensprung aktiv etwas zur Eskalation beigetragen hat, denkst du, er müsse jetzt das Vertrauen wiederherstellen? Wenn du ihm die gesamte Verantwortung für eure Probleme gibst, verstärkst du deine Opferrolle. Du machst dich selbst hilflos und passiv. 

 

Zu einer Beziehung gehören immer zwei! Ein Seitensprung passiert selten in einer glücklichen und erfüllenden Partnerschaft. Wenn du das Fremdgehen verzeihen willst, dann kann es weh tun, auch auf die eigenen Anteile zu schauen, die dazu beigetragen haben. Aber indem du dich ihnen stellst, kannst du selbst wieder etwas bewegen. 

 

Sei also ehrlich zu dir selbst: Hast du schöne gemeinsame Aktivitäten schleifen lassen? Oder hast du kaum noch wahrgenommen, was ihn/sie bewegt? Ich will dir damit keine Schuldgefühle machen, denn die bringen dich überhaupt nicht weiter. Der Schritt raus aus der Opferrolle bietet dir die Chance, die Hilflosigkeit loszuwerden und weise zu handeln. 

Anderen an seinem Unglück die Schuld geben ist ein Zeichen von Dummheit,

sich selbst die Schuld geben ist der erste Schritt zur Einsicht, 

weder anderen noch sich selbst die Schuld geben ist ein Zeichen von Weisheit.

(Epiktet, griechischer Philosoph)

Deine Partnerschaft, die vielleicht schon länger irgendwie im Alltag gelaufen ist, tritt durch diesen Seitensprung plötzlich an die oberste Stelle deiner Prioritäten. Nutze es als Chance zu überprüfen, was dir wirklich wichtig im Leben ist. Entschleunige deinen Alltag. Notiere dir, was du im täglichen Ablauf verändern kannst, um gemeinsam eine intensivere und ruhigere Zeit miteinander zu verbringen. Damit du bewusster deinen/deine Partner/in erlebst.

3. Was du für dich selbst tun solltest

Du willst wissen, was deinen Partner an der anderen Person angezogen hat. Was die andere Person hat, das du nicht hast. Lass das lieber bleiben. Fragen und Vergleiche, die die  Außenperson betreffen, sind Selbstverletzungen. Sie bauen dich nicht auf. Du machst dich nur selbst fertig. Das bringt deine Beziehung nicht weiter. Dein Selbstvertrauen ist eh schon angekratzt. Wenn du das noch negativ verstärkst, wirkt sich dies auf deine Stimmung und somit auch auf die Beziehungsqualität aus. Du bewirkst einen Teufelskreislauf für deine Beziehung.

Das, was jemand von sich selbst denkt, bestimmt sein Schicksal.

(Mark Twain, amerikanischer Schriftsteller)

Vertrauen wieder aufbauen fängt bei dir selbst an. Vertraue dir selbst. Stärke dein Selbstvertrauen. Wenn du nicht so wärst wie du bist, dann hättet ihr jetzt keinen Beziehungsstreit, sondern dein/e Partner/in hätte sich schon längst getrennt. Achte auf das, was dir zeigt, dass dein/e Partner/in die Beziehung fortführen will. Was hat er/sie heute getan, das dir das zeigt? 

4. Wie du das Fremdgehen verzeihen und dir damit etwas Gutes tun kannst

Was passiert ist, war schrecklich verletzend für dich. Doch was du daraus jetzt und für die Zukunft daraus machst, ist auch deine Verantwortung. Was passiert ist, ist geschehen. Das kannst du nicht mehr ändern. Also höre auf, über den Seitensprung zu sprechen. 

 

Wenn du das Fremdgehen verzeihen kannst, entwickelt sich die Chance, mit deinem/deiner Partner/in darüber zu sprechen, was ihr daraus lernt. Redet über eure Ängste und Wünsche. Vielleicht hat sich dein/e Partner/in nicht getraut, diese Themen anzusprechen. Wenn er/sie Vertrauen wieder aufbauen kann, ohne sich zu streiten oder sich zu trennen, dann habt ihr wirklich etwas hinzu gewonnen. 

 

Es kann auch sein, dass deinem/deiner Partner/in die eigenen Gefühle und Bedürfnisse vorher gar nicht bewusst waren. Vielleicht ist ihm/ihr alles jetzt erst durch das Fremdgehen klarer geworden. Viele Menschen erzählen mir in meiner Praxis, dass sie erst durch das Erfüllen der tiefsten Wünsche durch eine andere Person gespürt haben, was ihnen gefehlt hat. 

 

Vereinbare eine feste Zeit, in der ihr euch gemeinsam darüber austauscht, wie ihr euch gerade in der Beziehung fühlt. Ihr habt beide etwas davon. Auch dir wird es guttun. Sprecht darüber, was gut läuft und euch näher bringen kann. Auch ein solches Gespräch kann euch die eigenen Wünsche bewusster machen.

 

5. Warum deine Denkweise für die Beziehung enorm wichtig ist

Du willst, dass Partner/in bei dir bleibt. Gleichzeitig machst du ganz viele Dinge, die deinem/deiner Partner/in die Beziehung zur Qual werden lassen. Wenn du Vorschriften machst, beschimpfst oder durch Nichtbeachtung bestrafst, erhöhst du die Distanz zwischen euch. Das Vertrauen sinkt weiter. Du machst dich unbeliebter. Auch mit negativem Grübeln wird deine Stimmung immer schlechter und du gibst deinem/deiner Partnerin vielleicht damit erst recht einen Grund, die Beziehung zu beenden. 

Gedankenkreisen loswerden

Wenn du trotz des Seitensprungs mitverantwortlich sein willst, dass die Beziehung nicht zerbricht, dann wechsle vom negativen zum positiven Denken. Sprich mit deinem/deiner Partner/in darüber, was du an ihr/ihm schätzt. 

 

Komme mit ihm/ihr darüber ins Gespräch, welchen Sinn es macht, dass ihr beide ein Paar seid. Was hält euch zusammen? Was sollte sich nicht verändern? Das wird auch dir selbst helfen zu erkennen, wofür sich die Beziehung noch lohnt. Du kannst dein Vertrauen wieder aufbauen, indem du richtig handelst, wenn du dich für die Partnerschaft noch bemühst.

6. Nimm eine Auszeit – um euch eine Chance zu geben

Ist bei euch das Wort „Trennung“ schon mal gefallen? Gedanken oder Androhungen von Trennung bringen zusätzliche Unsicherheit in die Beziehung. Wenn du prüfen willst, ob sich wieder Vertrauen entwickeln kann, dann räume zumindest für eine gewisse Zeit solche Unsicherheiten aus dem Weg. 

 

Entscheide dich beispielsweise zu einer Schonfrist: 1 Monat lang weder die Trennung zu thematisieren noch dich gedanklich damit auseinander zu setzen. Nur dann kannst du dem Vertrauen überhaupt wieder eine Chance geben.

7. Wie du diese Verletzungen verkraftest

In dieser Krise ist es ganz normal, dass es laut und heftig zur Sache geht. Das ist sehr kraftraubend. Damit du diese Krise durchstehen und wieder Vertrauen entwickeln kannst, ist es wichtig, auch Pausen zu haben.

 

Viele Menschen entscheiden sich dazu, erstmal eine Zeit für sich zu nehmen, um sich klarer zu werden. Doch wenn dein Ziel ist, Vertrauen wieder aufbauen zu können, dann plane auch schöne Zeiten mit deinem/deiner Partner/in gemeinsam. Gönnt euch Ruhezeiten, in denen ihr nicht über die Probleme sprecht, aber die Zeit trotzdem zusammen verbringt. Raus aus dem Alltagstrott - ohne Kinder, Familie, Freunde - wirklich was gemeinsam unternehmen, nicht nur fernsehen.

8. Worauf du im Gespräch achten solltest

Vertrauen kann nur entstehen, wenn ihr euch gegenseitig zuhört und ruhig miteinander redet. Dazu ist eine wertschätzende Gesprächskultur hilfreich. Was hilft dir, ruhig zu bleiben? Was kannst du selbst schon vor dem Gespräch tun, damit dir das gelingt? Womit kannst du dich daran erinnern, wenn du im Gespräch spürst, dass deine Gefühle mit dir durchzugehen drohen? Plane das jetzt so konkret wie möglich für euer nächstes Gespräch.

9. Wie du Nähe und Distanz ausloten kannst

Es fällt dir vielleicht schwer, Körperkontakt zuzulassen. Oder du bist darin sehr schwankend, willst manchmal auch ganz viel davon. Dein/e Partner/in ist vermutlich sehr verunsichert, wie nah er/sie dir kommen kann. Du fühlst dich erneut verletzt, wenn du den körperlichen Kontakt als Grenzüberschreitung empfindest. Oder du fragst dich, weshalb dich dein/e Partner/in nicht umarmt. Finde einen Weg, mit dem du dein Bedürfnis nach Nähe und Distanz überprüfen und mitteilen kannst. 

 

Dadurch kannst du wieder Vertrauen entwickeln, dass deine Liebe noch ausreichend vorhanden ist. Du kannst prüfen, ob du deine/n Partner/in im wahrsten Sinne des Wortes noch riechen kannst. Vielleicht kannst du nach langer Zeit wieder die Nähe ganz besonders genießen. 

 

Gehe nach deinem eigenen Tempo vor. Vielleicht kannst du mit deinem/deiner Partner/in ein Zeichen vereinbaren. Etwas, was ihm/ihr signalisiert, ob mehr Nähe oder Distanz von dir gewünscht ist. Das gibt auch deinem/deiner Partner/in Vertrauen in die eigenen Handlungen und Sicherheit, nichts falsch zu machen.

10. Wie eine Wiedergutmachung euch beiden hilft

Einfach nur das Fremdgehen verzeihen, ohne eine Gegenleistung zu erhalten, ist äußerst schwierig. Viele Menschen wünschen sich so etwas wie eine Wiedergutmachung für die entstandenen Verletzungen. Der Kniefall und die Entschuldigungen können dir Genugtuung geben, aber eure Beziehung bringt das nicht weiter. 

 

Besser ist es, wenn die Wiedergutmachung keine reine Strafe, sondern etwas Positives für euch beide gemeinsam beinhaltet. Beispiel: Dein/e Partner/in verzichtet auf eine geliebte Aktivität, um mit dir etwas gemeinsam zu machen, was euch näher zusammenführt. 

 

Wie kannst du diese Idee deinem/deiner Partner/in nahebringen, ohne ihn damit zu demütigen? Vertrauen kann sich nur in einer Beziehung entwickeln, die auf gleicher Augenhöhe lebt. Demütigung hilft dabei nicht weiter, da sind wir uns doch einig, oder? 

 

Setze jetzt diese nächsten Schritte direkt um

 

  • Erstelle jetzt eine Liste von Alternativen, die dir Sicherheit geben. Notiere dir die Menschen, die dir etwas Ruhe, Geborgenheit und Beständigkeit vermitteln können. Schreib dazu, auf welche Weise du dir das von diesen Menschen wünscht.
  • Mache dir schriftlich zwei Pläne: a) um deinen Alltag zu entschleunigen und b) um im nächsten Gespräch ruhig und wertschätzend zu bleiben.
  • Lege dir ein Notizbuch parat, in welchem du täglich notierst, womit dein/e Partner/in dir Liebe, Zuneigung und Nähe gezeigt hat. Schreibe auf, was dir an positiven Seiten bei deinem Partner aufgefallen ist. Ergänze, welchen Sinn du in der Partnerschaft siehst. Oft wird dir erst beim Aufschreiben einfallen, welche positiven Dingen passieren. Deshalb ist eine Art Ritual hilfreich, damit dein Notizbuch nicht in deinem Alltag untergeht. Plane dir eine feste Zeit am Tag ein, in der du dir etwas notierst. 
  • Lege mit deinem/deiner Partner/in einen Zeitpunkt fest, an dem ihr ruhig miteinander sprecht. Über eure Wünsche, Ängste und wie ihr das Vertrauen wieder aufbauen wollt. Vielleicht einen Termin pro Woche. Besprecht gemeinsam, wann ein günstiger Zeitpunkt dafür ist und wo ihr das ungestört tun könnt. Nimm in das Gespräch deine Notizen und deinen Plan zum ruhigen Zuhören mit.
  • Falls ihr schon über Trennung gesprochen habt, verständigt euch über eine Schonfrist, in der dieser Punkt nicht thematisiert wird.
  • Handele mit ihm/ihr ein Zeichen für körperliche Nähe und Distanz aus.
  • Finde eine Aktivität mit deinem/deiner Partner/in, in welcher ihr nicht über die Probleme sprecht, sondern euch eine gemeinsame Ruhezeit gönnt.
  • Fremdgehen verzeihen - leichter gemacht: Erzähle in wertschätzender Weise von der Idee der „Wiedergutmachung“, die euch gemeinsam weiterbringt.

Folge deinem Weg – jetzt! 

  

Viel Freude dabei wünscht dir  

  

Petra Ahrweiler 

  

Welchen der 10 Wege findest du besonders wichtig für Paare in einer Krisensituation? Hinterlasse mir doch einen Kommentar unter diesem Artikel.

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