On-off-Beziehung beenden: 3 Auswege - in eine glückliche Partnerschaft

on off beziehung beenden
Ruhig den Weg gemeinsam gehen

Deine Gedanken drehen sich ständig um deinen Partner bzw. deine Partnerin. Du fühlst dich hilflos und wütend, wenn es wieder zum Streit kommt. Du kannst kaum abschalten, schläfst schlecht, fühlst dich erschöpft, bist unkonzentriert. Du verschließt dich, um nicht mehr verletzt zu werden. Aber solltest du dich schon wieder trennen? Das hat dich immer nur viel Kraft und einen Berg von Papiertaschentüchern gekostet. Geändert hat es nichts!

 

Hier erfährst du, wie du die Qual der on-off-Beziehung beendest und es schaffst, mehr Ruhe in die Partnerschaft zu bringen. Du entwickelst wieder Vertrauen, so dass ihr miteinander reden könnt. So wirst du selbstsicher, entspannt und startest kraftvoll in den Aufbau einer dauerhaft glücklichen Beziehung.

1. Wie du die on-off-Beziehung beenden kannst, indem du einen sicheren Boden schaffst

Jede Trennung und alle Gedanken darüber, ob es noch Sinn macht, die Beziehung retten zu wollen, verunsichern dich und auch deinen Partner bzw. deine Partnerin immer wieder neu. Unsicherheit ist nicht förderlich für eine glückliche Beziehung. 

 

Stelle dir den Aufbau deiner Beziehung wie einen Hausbau vor: ein gutes Fundament ist wichtig, damit das Haus allen Erschütterungen trotzen kann. Du kannst vorbeidonnernde LKWs oder sogar Erdbeben nicht vermeiden. Aber du kannst den Boden fest und sicher machen, damit euer Haus nicht einstürzt.

 

Genauso ist es mit deiner Beziehung. Sie braucht auch einen sicheren Boden. Du solltest vorsorgen, damit dich Verletzungen nicht so erschüttern, so dass du keinen ernsthaften Schaden nimmst oder gar zusammenbrichst. Bisher hast du dich zu schützen versucht, indem du über Trennung nachgedacht hast. Oder direkt in deiner Wut und Verzweiflung Schluss gemacht hast. Doch der Boden deiner Beziehung wird dadurch immer wackeliger. Höre auf, dir selbst zu schaden: wenn du die on-off-Beziehung beendest, bleibst du auch glaubwürdiger.

 

Mache dir bewusst, dass wichtige Entscheidungen nicht in aufgewühlten Gefühlslagen getroffen werden sollten. Wenn dich Wut, Ärger, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Trauer und Enttäuschung überrollen, kannst du dann noch klar denken? Stelle dir vor, ein Arzt würde eine medizinische Entscheidung unter einer solchen Gefühlswelle treffen. Ich wäre dann lieber nicht seine Patientin! Damit du wie ein Arzt eine Entscheidung treffen kannst, die du später nicht bereust, ist es wichtig, ohne überschießende Gefühle handeln zu können. 

„Wandlung ist notwendig wie die Erneuerung der Blätter im Frühling.“

(Vincent Wilhelm van Gogh)

Entscheide dich deshalb ganz bewusst dazu, die on-off-Beziehung zu beenden. Gönne dir jetzt die nötige Ruhe für eine gute Entscheidung, indem du dir eine Pause von den Gedanken und der tatsächlichen Umsetzung einer Trennung zugestehst. Besprich das mit deinem Partner bzw. deiner Partnerin. Vereinbart gemeinsam einen festen Zeitraum dafür, der für beide gilt. Das bedeutet nicht, dass du für immer und ewig dich bindest. Du kannst dir die Freiheit erhalten, dich aus der Beziehung zu lösen, wenn du es wirklich willst. Doch du gibst der Partnerschaft erst dann eine echte Chance, wenn du alles einsetzen willst, was in dir steckt. 

 

Aber wie schützt du dich, wenn es in diesem vereinbarten Zeitraum wieder zu eskalierendem Streit kommt? Überlege dir jetzt alternative Verhaltensweisen, mit denen du dich in Sicherheit bringen kannst. Hier ein Beispiel: Wenn du merkst, dass du nicht mehr ruhig und sachlich bleiben kannst, dann teile dies mit. Ergänze es damit, dass du nicht zur Eskalation beitragen und das Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt weiterführen willst. Mache also deutlich: du übernimmst die Verantwortung dafür, dass es später weitergeführt wird und du das Thema nicht unter den Tisch kehren willst. Dann verlasse den Raum.

2. Wie du kreisende Gedanken abstellst und damit die on-off-Beziehung beenden kannst

Bleib bei dir, statt dich mit deinem Partner bzw. deiner Partnerin gedanklich auseinander zu setzen. Mir hat mal eine Klientin gesagt, dass sie das erste Gespräch mit mir alleine führen wolle, weil sie erst herausfinden müsse, ob sie ihrem Partner eine Paartherapie zutrauen könne. Dabei kann doch nur der Partner selbst wissen, ob er sich zu einer Paartherapie in der Lage fühlt! Ich bat diese Frau, bei sich selbst zu bleiben. 

 

Daraufhin stellte sie fest, dass sie durch ein Einzelgespräch prüfen wollte, ob sie sich bei mir sicher genug fühlt. Sie hat damit einen viel wichtigeren Schritt getan, um die on-off-Beziehung zu beenden, als wenn sie sich einfach nur getrennt hätte. So konnte sie etwas grundlegend ändern, statt bei einem neuen Partner wieder in die gleichen Verhaltensmuster zu geraten.

Gedankenkreisen loswerden

Wenn deine Gedanken um deinen Partner bzw. deine Partnerin kreisen, dann finde heraus, was du dadurch über dich selbst aussagst. Du bist wütend auf deinen Partner bzw. deine Partnerin? Worüber ärgerst du dich bei dir selbst? Das ist zwar nicht so leicht, darauf zu blicken - und es kann auch etwas weh tun – aber du kommst aus der Hilflosigkeit heraus. Schließlich kannst du daraus lernen und beim nächsten Mal etwas anders machen. 

 

Solange du darüber nachdenkst und sagst, was dein Partner bzw. deine Partnerin falsch macht, oder was er oder sie anders machen müsste – vergrößerst du deine Hilflosigkeit. Dein Partner bzw. deine Partnerin fühlt sich dadurch bekämpft, unverstanden, bevormundet, kritisiert, beschämt oder klein gemacht und wird sich wehren. 

„Der Mensch ist, was er denkt. Was er denkt, strahlt er aus. Was er ausstrahlt, zieht er an.“

(Friedrich Hebbel)

Denke besser darüber nach, was du selbst anders machen könntest. Du bist Fachfrau bzw. Fachmann für dich selbst. Du weißt oder kannst leichter herausfinden, was du fühlst. Bei deinem Partner bzw. deiner Partnerin kannst du das zwar vermuten. Aber es bleibt unsicher, ob du damit richtig liegst. Das kann nur er bzw. sie selbst wissen. Du kannst mit absoluter Klarheit herausfinden, was du brauchst. Was zu dir passt. Was du willst. Was du nicht willst. Was du dazu bereit bist zu tun.

 

Wenn in diesem Moment nur Leere in dir ist, dann stelle dir vor, deine beste Freundin hätte dieses Problem, in welchem du gerade feststeckst. Was würdest du ihr raten? Bei deiner besten Freundin würdest du zwar mitfühlen, aber du wärst nicht so tief in den Gefühlen verstrickt wie sie. Wenn du gedanklich in diese Rolle schlüpfst, schaffst du eine Distanz zu deinen Gefühlen und sie können dich nicht mehr so massiv überrollen. 

 

Ich habe das schon an mir selbst ausprobiert. Zwar musste ich noch keine on-off-Beziehung beenden, aber schließlich bin ich als Psychologin ebenfalls nur ein Mensch und gerate auch mal in emotional aufwühlende Situationen. Auch meine Klienten haben das schon getestet und für gut befunden. Es funktioniert!

 

Eine weitere Möglichkeit, deine Gefühle eindämmen zu können, bietet die „Fernrohr-Methode“. Sie kommt ursprünglich aus der Traumatherapie, ist aber vielseitig anwendbar. Damit kannst du dir helfen, wenn verletzenden Situationen immer wieder vor deinem geistigen Auge ablaufen. 

 

Stelle dir vor, du würdest diese Situationen durch ein Fernrohr betrachten. Durch ein Fernrohr kannst du nur die Dinge sehen, die weit weg sind. Daher schiebst du mit dieser Vorstellung deine Gefühle weiter weg. Du bekommst wieder einen klareren Kopf und wirst ruhiger. 

3. Vorsicht: Wenn du die on-off-Beziehung beenden wirst, nimmst du dir etwas!

Du kannst sehr starke Gefühle empfinden. Das ist eine Fähigkeit, die nicht jeder hat. Es gibt Menschen, bei denen die Beziehung wie ein seichter kleiner Bach dahinplätschert. Die Sorge dieser Leute, dass der Bach mal austrocknen könnte, kennst du nicht. Bei dir ist das eher wie bei einem reißenden Strom. Darauf ein Boot zu steuern ist zwar manchmal gefährlich, gelegentlich geht auch mal jemand über Bord, aber es ist alles andere als langweilig!

Wenn du deinen Partner bzw. deine Partnerin liebst, weißt du, dass eine Trennung (oder auch nur schon die wiederkehrenden Gedanken daran) nicht in eine glückliche Beziehung führen. Und trotzdem fällt es dir bisher so schwer, die on-off-Beziehung zu beenden. Ich bin davon überzeugt, dass kein Mensch etwas tut, nur um sich selbst zu schaden. Deshalb frage ich dich: Wenn du nun alles dafür tust, dass es nicht mehr zur Trennung kommt, was würde dir dann fehlen? 

 

Schaffe Alternativen, die deiner Partnerschaft den nötigen Kick geben! Notiere dir dazu jetzt direkt alle Ideen, mit denen du in positivem Sinne Aufregung und Spannung in die Beziehung bringen könntest. Mache dazu ein Brainstorming, d. h. einen „Gehirnsturm“ durch das Sammeln von Ideen gemeint – ohne Bewertung. 

 

Dabei kommt alles aufs Papier, egal wie verrückt, witzig oder bescheuert es auch sein mag. Lass deiner Fantasie freien Lauf und blockiere sie nicht, indem du über die Umsetzbarkeit nachdenkst. Ob es tatsächlich gefällt oder möglich ist, wird erst später entschieden. Streichen kannst du immer noch. So kommst du auf viel mehr Ideen – und Spaß macht es ebenfalls, auch zu zweit.

Deine nächsten Schritte zur dauerhaft glücklichen Partnerschaft:

  • Baue das nötige Fundament für deine glückliche Beziehung: Entscheide dich jetzt für eine Pause von Trennungsgedanken und –umsetzungen. Besprich das mit deinem Partner bzw. deiner Partnerin.
  • Erinnere dich z. B. durch einen Zettel am Badezimmerspiegel oder mit Hilfe des Handys, damit du in der nächsten aufwühlenden Situation wieder einen klaren Kopf bekommen kannst: Schreibe dir Stichworte darauf, beispielsweise: Streit-Pause machen durch Ankündigung und Verlassen des Raumes - in die Rolle der besten Freundin schlüpfen und dir selbst etwas raten - belastende innere Bilder wie durch ein Fernrohr betrachten.
  • Zeige deinem Partner bzw. deiner Partnerin diesen Artikel. Das kann helfen, damit er/sie mitzieht, die on-off-Beziehung zu beenden und sich für eine langfristig glückliche Partnerschaft einzusetzen. Bitte ihn bzw. sie, mit dir gemeinsam die Ideen für mehr Kick in der Beziehung sammeln. 

Gehe deinen Weg, jetzt!

 

Viel Erfolg dabei wünscht dir 

 

Petra Ahrweiler

 

P.S.: Ich freue mich auf deinen Kommentar unter diesem Artikel. Dein Kommentar erscheint, nachdem ich ihn freigeschaltet habe, um Spam zu vermeiden.

Meine folgenden Artikel können für dich ebenfalls interessant sein:

5 Wege dein Selbstwertgefühl in der Partnerschaft zu steigern


Du möchtest mehr Inspirationen haben? Abonniere meinen Newsletter! Du bekommst ca. einmal monatlich meine neuen Artikel und Neuigkeiten aus meiner Praxis, die es exklusiv nur für Abonnenten gibt. Hier kannst du dich dazu anmelden:

Deine Daten werden zum Versand, zur Optimierung und Statistik gespeichert. Mehr Informationen dazu und zu deinen Möglichkeiten des Widerrufs erhältst in meiner Datenschutzerklärung. Du kannst den Newsletter jederzeit auch per Klick abbestellen. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0