5 Wege dein Selbstwertgefühl in der Partnerschaft zu steigern

Selbstwertgefühl steigern in der Partnerschaft
Öffne die Tür zur glücklichen Beziehung

Es läuft schon länger mächtig schief in deiner Beziehung. Du fühlst dich wie im tiefsten Keller. Es ist dunkel, trostlos, kalt. Deine Versuche, etwas zu klären, enden in immer größerem Streit. Die Fetzen fliegen.

 

Du fragst dich, ob du überhaupt noch viel in die Beziehung investieren willst. Dein Partner bzw. deine Partnerin macht alles nur noch schlimmer und vielleicht fragst du dich manchmal sogar, ob er/sie sogar krank ist. Du hast Bauchschmerzen und schläfst schlecht. Deine Gedanken drehen sich im Kreis. Du weißt nicht, wie du etwas verändern kannst.

 

Lies weiter und erfahre, wie ihr gemeinsam die Kellertreppe hinaufsteigt und das Licht der glücklichen Beziehung wiederentdecken könnt. Hier findest du Wege, mit denen du deinem/deiner Partner/in wieder vertraust und dich sicherer und geborgener fühlen kannst. So wirst du dein Selbstwertgefühl steigern, kommst endlich raus aus dem Grübeln, weißt was zu tun ist, bewirkst Gutes in der Beziehung und schläfst endlich wieder ruhiger.

Gedankenkreisen loswerden

Warum du den ersten erfolgreichen Schritt aufeinander zu schon gemacht hast

Deine Partnerschaft hat sich mehr zur WG oder wie eine Geschwisterbeziehung entwickelt. Als Team könnt ihr vielleicht noch was reißen und den Alltag organisieren. Nähe, Zuneigung, Leidenschaft und Lust sind aber schon lange verschwunden. Du hast schon viel probiert, damit du deine Enttäuschung und Wut über deinen Partner bzw. deine Partnerin loswirst. Doch Verständnis hast du nicht bekommen. Jetzt weißt du, dass du nicht mehr so weitermachen willst. Das ist schon ein ganz wichtiger Schritt! 

"Unzufriedenheit ist der erste Schritt zum Erfolg"

(Oscar Wilde)

1. Wie du klärst, was du eigentlich willst

Du willst erfolgreich im Gespräch mit deinem Partner bzw. deiner Partnerin sein? Was wäre denn für dich ein erfolgreiches Gespräch? Nur die Wut loswerden? Oder auch Verständnis und Offenheit erfahren? Ich erlebe häufig in Paartherapien, dass jemand sehr enttäuscht und wütend ist, und deshalb Genugtuung haben will.

 

Wenn du deine Wut loswerden willst, dann kann es schnell passieren, dass du verletzend reagierst. Dein „Gegenschlag“ wird wahrscheinlich zur Gegenwehr oder Verteidigung führen. Die Wahrscheinlichkeit, dass du Verständnis und Offenheit bekommst, wird kleiner.

 

Die Wut loszuwerden kann somit ein kurzfristiger Erfolg für dich sein, mit dem du aber die Chance auf Verständnis und Offenheit sausen lässt. Langfristig hilft es nicht dabei, dein Selbstwertgefühl steigern zu können, sondern bewirkt das Gegenteil durch noch mehr Frust und Ärger in der Beziehung.

2. Wie du die nötige Energie entwickelst, um wirklich etwas zu bewirken

Die psychologische Forschung hat immer wieder in vielen Studien belegt, dass der Erfolg einer Handlung in großem Maße von der Zuversicht abhängt. Wenn du davon ausgehst, dass alles sowieso keinen Sinn macht, dann wirst du nichts erreichen. Umso mehr du davon überzeugt bist, dass du etwas Positives erzielen kannst, desto mehr steigt auch die Chance, Erfolg zu haben. 

„Das, was jemand von sich selbst denkt, bestimmt sein Schicksal.“

(Mark Twain)

Dann wirst du dich nämlich auch mehr bemühen und mehr Energie einsetzen. Konzentriere dich deshalb auf all die Situationen, in denen du schon mal etwas bewirken konntest. Rufe sie dir mit allen Einzelheiten in Erinnerung. Bestimmt habt ihr als Paar auch schon andere schwere Zeiten durchgemacht.

 

Wie hast du es geschafft, dass dein/e Partner/in dabei mitgezogen hat? Je mehr du deine Aufmerksamkeit auf positive Erfahrungen lenkst, desto zuversichtlicher wirst du, auch jetzt etwas bewirken zu können.  Negative Erfahrungen prägen sich viel stärker ein, deshalb ist es wichtig, dass du dich ganz bewusst mit positiven Erlebnissen auseinandersetzt, um die nötige Energie in dir frei zu setzen.

3. Weshalb du dein Bild von dem/der Partner/in verändern solltest

Welches Bild du von deinem Partner bzw. deiner Partnerin hast, wirkt sich sehr darauf aus, ob du damit deine Ziele erreichst. Vielleicht denkst du z. B., dein/e Partner/in ist: 

  • dir in Argumenten überlegen,
  • kann die eigenen Gefühle nicht ausdrücken,
  • ist nicht ehrlich, 
  • hört sowieso nicht zu, 
  • ist nur an dem interessiert, was für ihn/sie selbst wichtig ist, 
  • ist schwach, hilflos und irgendwie vielleicht sogar krank im Kopf, 
  • ist stark, übermächtig und will dich manipulieren.

Sind solche Vorstellungen über deine/n Partner/in für dein Vorgehen hilfreich? Bewirken sie, dass du deine Fähigkeiten mobilisieren kannst und von einem erfolgreichen Gespräch ausgehst? Nein, sicher nicht. Finde deshalb jetzt alternative Sichtweisen über deine/n Partner/in, die dich und deine Zuversicht stärken, dass die Schwierigkeiten lösbar sind. 

 

Ich nutze diese Vorgehensweise selbst oft für meine Beratungsgespräche. Denn auch ich kann meine Klienten nur dann optimal unterstützen, wenn ich selbst davon überzeugt bin, dass es gelingen kann. Oft erfahre ich zunächst, was alles schrecklich läuft und belastet.

 

Natürlich ist es wichtig zu wissen, warum jemand zu mir kommt. Jedoch konzentriere ich mich nicht auf diese negativen Ereignisse und die Hilflosigkeit, welche viele Klienten zu mir führt. Schließlich würde ich dadurch mein Gegenüber als schwach ansehen, und das wäre für das Beratungsergebnis nicht hilfreich.

 

Also mache ich mir z. B. bewusst, dass diese Person trotz all der Schwierigkeiten es geschafft hat, heute vor mir zu sitzen. Und es gehört noch immer viel Mut dazu, sich an eine Psychologin zu wenden, auch wenn mittlerweile berühmte Menschen offen sagen, dass sie psychologische Hilfe annehmen. 

 

Wenn ich dies meinem Gegenüber mitteile, kann ich nicht nur bei meinen Klienten das Selbstwertgefühl steigern, sondern ich bringe auch mich in die Lage, eine positive Sicht anzunehmen. Wenn ich davon überzeugt bin, dass hier zwei Menschen gemeinsam an einer Lösung erfolgreich arbeiten können, macht das viel mehr Mut und setzt gute Energie frei.

 

Das ist viel besser, als wenn ich denke würde, ich müsste die gesamte Arbeit vollkommen alleine machen. Wir ziehen gemeinsam an einem Strang und haben beide die Fähigkeiten dazu. Ich nehme dadurch also eine weitreichendere Sichtweise ein.

„Um weiter zu springen, muss man einen Schritt zurücktreten.“

(Französisches Sprichwort)

Wahrscheinlich fragst du dich nun, wie du nun deine/n Partner/in auf positivere Weise betrachten kannst, ohne dich zu verbiegen und deine Gefühle oder Bedürfnisse zu verleugnen.

4. Wie du deine Haltung veränderst, um glücklich in der Beziehung zu werden

Wenn du wütend und verletzt bist, dann gehst du davon aus, dass das Verhalten deines Partners bzw. deiner Partnerin gegen dich gerichtet ist. Du nimmst es persönlich. Wenn du dich kritisiert fühlst, kratzt dein Selbstwertempfinden an. 

 

Um ein Gespräch zu führen, mit dem du deine tiefsten Wünsche erfüllen kannst, ist es wichtig, ruhiger zu werden. Dich von den Gefühlen nicht mehr so überrollen zu lassen. Dein Selbstwertgefühl wieder zu steigern, so dass du dich gar nicht mehr verteidigen musst.

 

Löse dich dazu von der Vorstellung, dass dein/e Partner/in das tut, um dich zu verletzen. Er/sie hat eigene Bedürfnisse und ebenso wie du ein Recht darauf, diese zu wahren. Du hättest schließlich auch nichts davon, wenn er/sie sich für dich verbiegt. Es geht nicht darum, dass eine Person von euch beiden für die andere klein beigibt. Stattdessen ist es wichtig, sogenannte Win-Win-Situationen für euch zu entwickeln: bei denen ihr beide hinzugewinnt und euer beider Bedürfnisse gewahrt werden. Doch wie bekommst du das hin?

 

Stelle dir vor, ein guter Freund oder eine gute Freundin hätte genau das Problem, welches du gerade hast. Was würdest du dieser Person raten? Bestimmt fallen dir durch dieses Gedankenexperiment viele neue Vorgehensweisen ein. Warum ist das so? Wenn du einer anderen Person weiterhilfst, bist du selbst nicht emotional in dem Problem verstrickt. Du kannst mehr mit Vernunft vorgehen, deine Lebenserfahrung und Weisheit aktivieren. Die Gefühle stellen sich deinen Lösungswegen nicht mehr in den Weg.

 

Dadurch könntest du z. B. diese alternativen Ideen entwickeln und auf deine eigene Situation übertragen: Mein/e Partner/in will mir die eigenen Gefühle mitteilen, er/sie will sie mir nicht vorenthalten. Er/sie kann das auch grundsätzlich, schließlich gab es irgendwann auch Zeiten, in denen ich das mal anders erlebt habe. Sonst wären wir gar nicht zusammen und es hätte noch nie Streit gegeben. Vielleicht soll mir die gereizte Reaktion nur zeigen, dass es der falsche Zeitpunkt ist. 

 

Oder: Mein/e Partner/in lügt oder verschweigt mir etwas, weil die Angst da ist, die Beziehung könnte zerbrechen, wenn er/sie ehrlich ist. Es ist also noch viel Liebe da, die Beziehung soll nicht aufs Spiel gesetzt werden. 

5. Wie du dein Selbstwertgefühl steigern kannst und es sich auf die Beziehung gut auswirkt

Mache dir deine Stärken bewusst. Auch mir hilft das, all meine Kraft und Energie zu mobilisieren. Und das schaffst auch du. Indem du dir klarmachst, wann du schon einmal vor einem ähnlichen Problem gestanden hast und es ein klein wenig besser gelaufen ist.

 

Wann hast du etwas angesprochen und es ist nicht eskaliert? Was hast du dazu beigetragen, dass in der Situation nicht die Fetzen geflogen sind? Oder es wieder ruhiger wurde, du zumindest einen Teil klären konntest? Als dein Vorgehen vorübergehend eine positivere Wirkung hatte? Wie hast du das hinbekommen? Was hast du da anders gemacht? Damit kannst du dein Selbstwertgefühl steigern und gleichzeitig eine gute Wendung in der Beziehung erreichen.

 

Setze dich auch mit deinen Schwächen auseinander. Doch nicht in Form von Selbstvorwürfen, die bringen dir schließlich überhaupt nichts. Kein Mensch ist perfekt, jeder hat Schwächen. 

Gedankenkreisen loswerden

Setze dich aktiv damit auseinander, wie du mit ihnen umgehen kannst. Sobald du dir deine Schwächen eingestehst und dich dann direkt auf den Weg zur Veränderung machst, gehst du den ersten erfolgreichen Schritt auf deine/n Partner/in zu. Hier ein paar Beispiele, um auf eigene Ideen zu kommen: 

 

Wenn du schnell laut wirst, könntest du das nächste Gespräch ins Café verlegen. Da bleibst du bestimmt ruhiger und unterbrichst das Gespräch eher, wenn eine Pause hilfreich wäre. Eine hilfreiche Atempause kann dir auch ein Toilettengang bieten, indem du dort in Ruhe prüfst, ob du dich noch in der Win-Win-Haltung befindest. 

„Nur ein ruhendes Gewässer wird wieder klar.“

(Tibetische Weisheit)

Falls du oft deinen Ärger ansammeln lässt, bis das Fass überläuft, könntest du nun frühzeitiger und geplanter das Gespräch angehen. Du könntest ankündigen, dass du etwas klären möchtest, ohne zu streiten. Und dafür den Raum liebevoll und gemütlich einrichten, um möglichst viel Offenheit zu bewirken.

 

Wenn du bei Streitigkeiten schnell mit Trennung drohst oder das sogar schon öfter umgesetzt hast, könntest du versichern, dass z. B. in den nächsten 4 Wochen keine Trennung von deiner Seite aus erfolgt. Verknüpfe das nicht an Bedingungen! Entscheide dich selbst dazu, die nächsten 4 Wochen all deine Energie in eine Auseinandersetzung mit den Beziehungsproblemen zu setzen. Verabschiede dich für diese Zeit von Trennungsgedanken. Dadurch gibst du dir selbst und deinem/deiner Partner/in so viel Sicherheit wie möglich. Nur so kann sich ein Vertrauen für ein offenes Gespräch überhaupt entwickeln. 

 

Falls du weißt, dass du viel redest und dein/e Partner/in dann immer nur schweigt: Führe ein Interview statt ein Gespräch. Befrage deine/n Partner/in wie ein Reporter mit echter Neugier, was in ihm/ihr vorgeht. 

Wie du jetzt sofort erste erfolgreiche Schritte in einen positiven Beziehungswandel gehst

Nimm dir jetzt etwas zu schreiben, weil dir dann mehr Ideen einfallen werden als beim reinen Nachdenken. Beantworte diese Fragen schriftlich, um auf optimale Weise dein Selbstwertgefühl steigern und deine Partnerschaft in eine gute Richtung bringen zu können:

 

  • Was willst du tatsächlich im nächsten Gespräch erreichen?
  • An welche Situationen erinnerst du dich, in denen du es geschafft hast, dass dein/e Partner/in bei Problemlösungen mitgezogen hat?
  • Welches Bild hast du von deinem Partner bzw. deiner Partnerin?
  • Ist dieses Bild für ein klärendes Gespräch hilfreich? 
  • Was sagt das Verhalten über die Bedürfnisse und Gefühle deines Partners bzw. deiner Partnerin aus? Löse deine Vorstellung vom Gefühl des persönlichen Angriffs, indem du dir vorstellst, was du einer guten Freundin oder einem guten Freund sagen würdest.
  • Welche Stärken werden dir bewusst, wenn du dich an Situationen erinnerst, in denen du schon mal ein klein wenig erfolgreich warst?
  • Welche Schwächen behindern dich? Wie könntest du sie erfolgreich bewältigen? Beschreibe dabei so genau wie möglich die Einzelheiten, welche hilfreich für das zukünftige Gespräch sein könnten.

 

Lege dir deine Notizen an einen Platz, wo du sie dir vor dem nächsten Gespräch noch einmal ansehen und in Erinnerung rufen kannst. 

Folge deinem Weg – jetzt!

 

Viele gute Erkenntnisse wünscht dir dabei 

 

Petra Ahrweiler

 

Welcher der beschriebenen Wege hat dich nachdenklich gemacht? Ich freue mich auf deinen Kommentar hier unten drunter. 

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