So oft ist das schon passiert: Du erzählst etwas und merkst, dass du auch mit der Parkuhr reden könntest! Das macht dich sauer und verletzt. Wenn du das sagst,

Partner hört nicht zu
Wie du aus Streit-Gewitter wieder Sonnenschein machst

So oft ist das schon passiert: Du erzählst etwas und merkst, dass du auch mit der Parkuhr reden könntest! Das macht dich sauer und verletzt. Wenn du das sagst, triffst du erst recht auf taube Ohren. Du redest – dein Partner schweigt. Oder es kommt zum Streit. Das ist wie bei einem Sommergewitter, wenn es danach immer noch schwül und drückend bleibt – es ändert sich nichts. Ihr kehrt zur Tagesordnung zurück, bis sich das nächste Gewitter zusammenbraut. Wieder passiert es: Dein Partner hört nicht zu und das ist wie Blitzeinschläge, die dich immer tiefer treffen.

 

Lies hier, wie du die schwerwiegendsten Fehler in der Kommunikation vermeidest und dein Partner sich dir mit voller Aufmerksamkeit zuwendet. Du erfährst, wie du dazu beitragen kannst, dass du dich bei ihm wieder geborgen und geliebt fühlst.

1. Dein Partner hört nicht zu – und das verrät viel über dich

Vermutlich seid ihr schon länger zusammen. Anfangs habt ihr vielleicht gemeinsam über Gott und die Welt philosophiert. Eure Gedanken und Meinungen ausgetauscht. Euch gegenseitig dadurch bereichert. Im Laufe der Jahre haben sich eure Gespräche verändert. Ihr sprecht weniger oder kaum noch über tiefergehende Themen? Meistens geht es nur noch darum, den Alltag zu organisieren.  Es ist nur noch ein nebeneinander her leben. Was dich wirklich beschäftigt oder was in ihm tatsächlich vorgeht, ist kein Thema mehr. 

Du fragst dich: Dein Partner hört nicht zu, weil er vielleicht kein Interesse mehr daran hat, was dich bewegt? Deshalb erzählst du nichts mehr von dir? Als Paartherapeutin erlebe ich es oft, dass ein solcher Umgang miteinander nicht einseitig ist. Deshalb frage ich dich: Wann hast du das letzte Mal an den Themen deines Partners wirkliches Interesse gezeigt? Erwarte nicht von deinem Partner, die Kommunikation zu verändern. Denn du machst dich damit selbst hilflos, weil du dein Wohlbefinden damit in die Hand eines anderen Menschen gibst. Bleib nicht passiv. 

Gedankenkreisen loswerden

Mache selbst was anders: Zeige Interesse an dem, was deinen Partner beschäftigt - auch wenn das Thema überhaupt nicht dein Ding ist. Es geht darum, ein Interesse an diesem Menschen zu zeigen. So wie es gewesen ist, als du noch frisch verliebt warst. Da hast du dich auch über Themen unterhalten, die dich vorher nie interessiert haben. Wenn du deinem Partner wieder mehr Aufmerksamkeit schenkst, wird sich die Atmosphäre zwischen euch positiv verändern. 

 

Er fühlt sich wieder mehr wertgeschätzt. Damit durchbrichst du den Kreislauf von dunklen Wolken des negativen Denkens, der drückenden Luft bei der gereizten Stimmung und dem Gewitter der geäußerten Kritik. Die Sonnenstrahlen, welche du aussendest, wärmen auch dich. Die Reaktion darauf wird anders ausfallen, als wenn du Kritik äußerst. Dein Partner verschließt sich nicht mehr und du wirst auch mehr Aufmerksamkeit für deine Belange erhalten.

„Das Lächeln, was du aussendest, kehrt zu dir zurück.“

(Indische Weisheit)

2. Dein Partner hört nicht zu, weil du es mit deiner inneren Haltung bewirkst

Doch wohin jetzt mit deiner Kritik? Runterschlucken? Nein, das bringt nichts, du würdest sie nur wieder in dir ansammeln. Verändere die Kritik, indem du anders über die Situationen denkst. Dadurch kannst du sie auf andere Weise ansprechen, so dass dein Partner aufmerksam wird: Du hast das Gefühl, von ihm verletzt zu werden? Mal ganz im Ernst: Denkst du, dieser Mensch will dich absichtlich verletzten? Wenn ja: was könnte ihn dazu bewegen? Dein Partner hört nicht zu, weil er eine abgrundtief schlechte Person ist? Wohl kaum – denn sonst hättest du dich bestimmt schon getrennt. 

 

Dann muss es andere Gründe haben. Er wird sich angegriffen oder ebenfalls verletzt fühlen und sich verteidigen wollen. Also ist es sinnvoll, wenn du erstmal auf Start zurückgehst, statt das Spiel von Angriff und Verteidigung mitzuspielen und zurück zu schießen. Dieser Schritt kann leichter werden, wenn du dir das Gespräch wie ein Interview vorstellst. Stelle Fragen, statt zu reden! 

„Solange man selbst redet, erfährt man nichts.“

(Marie von Ebner-Eschenbach)

Wichtig ist dabei die innere Haltung, die du in der Reporter-Rolle annimmst: Dabei erkennst du an, dass dein Gegenüber ein Fachmensch für sich selbst ist. Du zweifelst die Wahrnehmung, Gefühle und Bedürfnisse deines Partners nicht an. Die sind nämlich immer richtig – was nicht bedeutet, dass deine falsch sind! Du weißt am besten: Was du selbst fühlst. Dir wünscht. Was du wahrgenommen hast - und was nicht. Genauso gilt das für deinen Partner. Mit dieser Haltung trägst du dazu bei, dass euer Gespräch tiefergehend, respektvoller und erfolgversprechender verlaufen wird. 

 

Wie wirst du dann deine Kritik so los, dass dein Partner sich nicht direkt wieder verschließt? Mit der gleichen inneren Haltung: Indem du daran denkst, dass deinem Partner lediglich Informationen über dich fehlen. Wenn du von dir berichtest – statt Kritik zu äußern, triffst du auf offenere Ohren. 

 

Es kann hilfreich sein, schon den Einstieg in dein Gesprächsthema anders zu gestalten. Statt mit negativer Kritik zu beginnen – starte mit einem Kompliment! Die Aufmerksamkeit wird dir sicher sein. Lass dabei unbedingt das „aber“ weg. Damit würdest du das Kompliment sofort zerstören und könntest es dir dann auch gleich sparen. Hier ein Beispiel für einen „aber“-Satz: „Ich schätze sehr an dir, wie du hier für eine gemütliche Atmosphäre im Haus sorgst, aber was mir dabei wichtig ist, berücksichtigst du nicht.“ 

 

Mit einem „und“ ist es oft hilfreicher, das Gespräch fortzusetzen, weil es viel freundlicher und respektvoller klingt: „Ich schätze sehr an dir, wie du hier für eine gemütliche Atmosphäre im Haus sorgst und deshalb möchte ich dir sagen, was für mich dabei besonders wichtig ist, um mich wohl zu fühlen.“ 

3. Dein Partner hört nicht zu – wegen deinem Wissen

Du weißt genau, was in deinem Partner vor sich geht und sagst das auch? Du redest – dein Partner schweigt – und schaltet ab. Warum ist das so? Weil du zwar mitteilst, was du über ihn bzw. sie denkst - aber das wird als respektlos wahrgenommen. Denn es ist ungefähr so, als wenn andere Menschen im Raum ihre Meinung über dich loslassen würden, während du anwesend bist. Wie bei einem Tratschen in Anwesenheit! Es fühlt sich unangenehm an, wenn du nicht einbezogen wirst. Dein Partner hört nicht zu, weil er so etwas nicht erleben will.

 

Ganz anders ist es, wenn du eine Vermutung über deinen Partner äußerst und dann nachfragst, ob du damit richtig oder falsch liegst. Damit gewinnst du wieder die Aufmerksamkeit deines Gesprächspartners. Dir wird viel besser zugehört, weil er einbezogen wird. Das könnte im genannten Beispiel so klingen: „Ich habe die Vermutung, dir ist vielleicht gar nicht so klar, was für mich besonders wichtig ist, um eine gemütliche Atmosphäre zu empfinden. Liege ich damit richtig?“

4. Dein Partner hört nicht zu: wie du ihn wieder in dich verliebt machst

Viele Menschen kommen zu mir in die Praxis, weil sie das Gefühl haben, nur noch wie Bruder und Schwester zusammen zu leben. Oder nur noch ein Team zu sein, was den Alltag mit Kindern oder die beruflichen Herausforderungen bewältigt. Jetzt, wo die Kinder nicht mehr so viel Fürsorge brauchen oder die Karriereleiter erklommen ist, wird dir plötzlich klar: Dein Partner hört dir nicht mehr zu, weil ihr euch so auseinandergelebt habt?

 

Dann fange jetzt an, deine Partnerschaft zu pflegen. Jede Liebesbeziehung braucht das. So kannst du deine Beziehung retten. Ihr seid spät dran! Aber besser spät als getrennt. Erschaffe neben der „Familienzeit“ auch eine „Paarzeit“. Nur für euch. Ohne Kinder, andere Familienangehörige, Freunde oder Bekannte. 

 

Es läuft auch schon lange nichts mehr im Bett? Sex ist auch eine Form der Kommunikation: Bei der du im optimalen Falle mitteilst, dass du vollstes Vertrauen hast, dich fallen lassen kannst, zeigst was du magst und signalisierst, was dir nicht gefällt. Ob ausgesprochen oder nonverbal gezeigt. 

 

Du kommunizierst nicht nur, wenn du redest. Du zeigst auch dein Interesse und deine Wertschätzung damit, ob du dich für deinen Partner bzw. deine Partnerin noch attraktiv machst. Noch Lust zu Zärtlichkeiten hast.

 

Vergleiche dein eigenes Verhalten mal mit der Anfangszeit, als du noch verliebt warst.  Wenn du möchtest, dass dein Partner bzw. deine Partnerin dir wieder mehr und besser zuhört, Gespräche wieder intensiver werden und Nähe zwischen euch entsteht, dann verändere auch in diesem Bereich etwas. Umgarne deinen Partner mit kleinen Veränderungen in deinem Verhalten. Wann hast du das letzte Mal einen Liebesbrief geschrieben, deine Anerkennung gezeigt oder einfach nur signalisiert, dass du ihn/sie zärtlich in den Arm nehmen möchtest?

 

Erwarte dabei bitte nicht, dass eine Veränderung über Nacht passiert! Habe Geduld! Gehe den Weg der kleinen Schritte. Steter Tropfen höhlt den Stein. Festgefahrene Kommunikation ändern sich nicht sofort.

5. Dein Partner hört nicht zu – so änderst du es blitzschnell und hast Spaß dabei

Wenn ihr schon lange zusammen seid, dann ist vieles gewohnt. Immer das gleiche. Langweilig. Wie eben bei „einem alten Ehepaar“. Mache deshalb was völlig anderes, damit es aufhört, dass dein Partner nicht zuhört. Du sofort volle Aufmerksamkeit bekommst. Das kann auch etwas ganz Verrücktes sein. Hauptsache es ist anders. 

 

Ich habe in einem Fachbuch über Familientherapie folgendes Beispiel gelesen: Eine Familie versuchte immer wieder vergeblich, die Gründe für ein Problemverhalten am Esstisch herauszufinden. Viele verschiedene Lösungsversuche waren schon probiert worden, doch das Problem war hartnäckig und nichts schien zu funktionieren. Der Familientherapeut empfahl daraufhin, in der nächsten Situation irgendetwas anders zu machen, egal was, nur keinesfalls etwas Gewohntes.  

 

Am nächsten Tag hat dann einfach eine erwachsene Person am Tisch eine Essenschlacht angefangen! So wie du das vielleicht als Kind gemacht hast bei einer Kissenschlacht. Plötzlich war die Situation nicht mehr verkrampft, angespannt und belastend. Nach dem ersten Schock sind die anderen eingestiegen. Sie hatten Spaß und haben sogar nachher gemeinsam alles wieder gereinigt. Das Problem, was sonst immer am Esstisch auftrat, war erstmals nicht aufgetaucht. Ein Verhaltensmuster, was schon zur Erwartung führte, dass es jetzt wieder problematisch wird, konnte durchbrochen werden. 

 

Stelle dir vor, dein Partner hört nicht zu und wird durch eine ganz ungewöhnliche Reaktion von dir aus diesem täglichen Einerlei aufgeweckt – auch noch mit Spaß dabei! Du hast keine Idee, was du tun könntest, um ihn zu überraschen? Dann verändere etwas in deiner Art und Weise, wie du darüber nachdenkst: Frage dich zum Beispiel, was du einer anderen Person raten würdest. Oder setze dich in der nächsten Situation, bei der du schon weißt, wie sie wieder ablaufen wird, andersrum auf deinen Stuhl. Oder nimm eine andere Perspektive ein, indem du dich auf einen anderen Platz setzt. 

 

Das kann dir ermöglichen, aus festgefahrenen Denkstrukturen heraus zu kommen. Ganz neue Lösungsideen zu entwickeln. Ich nutze das manchmal, wenn ich mehrtägige Seminare gebe. Dann bitte ich die Leute, sich einen anderen Platz auszuwählen. Niemand gibt zunächst gerne den angestammten Sitzplatz auf. Es ist unbequem und irritierend, etwas zu verändern, selbst bei solchen Kleinigkeiten. Aber es lohnt sich. Das kann wie ein Wolkenbruch wirken, der Regen kommt und die drückende Luft verschwindet endlich. 

 

Auch in Paartherapie-Sitzungen erarbeite ich oft mit den Menschen, wie ihre typischen Kommunikationsmuster im Streit ablaufen. Dann klären wir gemeinsam, an welchem Punkt in diesem Ablauf jeder bereit wäre, etwas anders zu machen, um das Muster zu durchbrechen. 

Nächste Schritte, um jetzt direkt dafür zu sorgen, dass dein Partner dir zuhören wird

  • Überlege dir jetzt, wie du den Interessen deines Partners Aufmerksamkeit schenken kannst.
  • Sorge dafür, dass du im nächsten Streit daran denkst, die Reporter-Rolle einzunehmen, beispielsweise mit einem Notizzettel an einem Ort, auf den du dann oft schaust. Ein Code-Wort kann darauf schon dafür reichen. Hauptsache ist, du weißt, was es bedeutet und siehst es im richtigen Moment.
  • Überlege dir jetzt direkt ein Kompliment, mit dem du das Kritik-Gespräch beginnen willst. 
  • Nimm dir jetzt vor, immer eine Frage anzuschließen, wenn du das Verhalten deines Partners interpretierst.  
  • Denke daran: dein Partner hört nicht zu, wenn er schon damit rechnet, was jetzt als nächstes kommt. Vor allem, wenn er eine negative Reaktion von dir erwartet. Also überlege dir jetzt etwas, mit dem du deinen Partner überrascht. Möglichst etwas, was positiv oder entspannend sein kann.
  • Überlege dir jetzt, wie du deinem Partner zeigen kannst, dass du ihn liebst. Setze das direkt um, indem du einen kleinen Liebesbrief schreibst, ihn in den Arm nimmst oder was immer für dich dazu passt. Nimm dir mindestens 3 x in der Woche vor, deinem Partner deine Zuneigung deutlich zu
  • Plane jetzt eine völlig überraschende Reaktion für eine Situation, die ganz typisch für euch ist. Nutze jetzt z. B. einen anderen Sitzplatz, um auf neue Ideen zu kommen.

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Gehe deinen Weg, jetzt!

 

Viel Erfolg dabei wünscht dir 

 

Petra Ahrweiler

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