5 Wege dein Selbstvertrauen zu stärken für ein klärendes Gespräch

Selbstvertrauen stärken
Mut zum Gespräch finden

Du hast dich sehr über jemanden geärgert. Dein Partner, Familienangehöriger, Kollege oder Freund hat dich verletzt. Ein klärendes Gespräch würde anstehen. Aber du traust dich nicht, weil du denkst, dem anderen nicht gewachsen zu sein? Wenn du nur schon daran denkst, mit der Person darüber reden zu müssen, bekommst du schon Bauchschmerzen?

 

Durch diesen Artikel findest du Mut und kannst dein Selbstvertrauen stärken, sodass du endlich das klärende Gespräch suchst. Du hörst auf, weiter darüber zu grübeln und dir damit die Nächte um die Ohren zu hauen. Hier erfährst du, wie du dich auf positive Weise vorbereitest und erfolgreich dein Selbstwertgefühl stärkst.

Warum du es selbst immer schlimmer machst

Wartest du schon länger auf den richtigen Moment, um anzusprechen, was dich ärgert? Dein Warten kann alles noch schlimmer machen! Schließlich ist Schweigen auch eine Form der Kommunikation. Du sprichst nicht nur mit deinem Mund. Deine Körperhaltung, Mimik und Gestik sagt viel über dich aus. Meist wird dir nicht bewusst sein, wie sehr du dadurch sprichst: wenn du dich wegdrehst, mit den Augen rollst, dein Tonfall sich verändert. 

 

Die meisten Menschen hören nicht, wie sie sich wirklich anhören, sondern hören nur, wie sie sich gerne anhören würden. Das hat Virginia Satir, welche die systemische Familientherapie mitbegründet hat, herausgestellt. Sie gab dazu folgendes Beispiel aus ihrer Praxis: Eine Mutter sagte zu ihrem Sohn: „Du schreist immer!“ Darauf antwortete der Sohn ruhig: „Im Augenblick schreist du.“ Die Mutter stritt das ab. Da die Arbeitsweise von Virginia Satir die Aufnahme von Gesprächen einschloss, bat sie die Frau, sich die Stelle anzuhören. Anschließend sagte die Mutter ernüchtert: „Meine Güte, war diese Frau laut!“ (aus: Virginia Satir. Kommunikation Selbstwert Kongruenz. Junfermann-Verlag)

 

Wie du sprichst, hängt viel von deinem Gemütszustand ab. Schau dir an, wie ähnlich sogar die Worte sind: „Stimmung“ und „Stimme“. Du hast nur eingeschränkt Kontrolle über deine Körpersprache. Es ist normal, dass sehr viel davon unbewusst abläuft. Was du ausstrahlst, wird sich auf dein Gegenüber auswirken. Doch deine Körpersprache kann viel schneller missverstanden werden als deine Worte. Dein Gegenüber weiß nicht, weshalb du dich so verhältst. Wenn die andere Person auch schweigt, verhärten sich Konflikte. Die Chance, dass der richtige Moment kommt, wird immer geringer. 

Gedankenkreisen loswerden

Übernimm deshalb die Kontrolle, werde mit Worten aktiv, statt passiv zu schweigen. So gelingt es dir, Selbstvertrauen zu stärken, dich auf Erfolg zu trimmen und dein Selbstwertgefühl stärken zu können, damit du mutig und selbstbewusst in das Gespräch gehst:

1. Dein Selbstwertgefühl stärken: mit dem inneren Bild vom Gesprächspartner

Überprüfe zunächst, welches Bild du von der Person hast. Denkst du, diese Person ist stark und übermächtig? Sie ist gewieft im Argumentieren? Ist dieses Bild für ein erfolgreiches Gespräch hilfreich? 

„Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, 

sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen.“ 

(Epiktet)

Wenn ich mich auf einen Beratungstermin vorbereite, prüfe auch ich mein inneres Bild vom Klienten. Das ist nämlich nicht nur bei Konflikten, sondern in allen Gesprächssituationen gelegentlich hilfreich. 

Wenn ich einen Klienten als hilflos und schwach ansehe, wird das nicht hilfreich sein, um eine erfolgreiche Beratung/Therapie zu bewerkstelligen. Schließlich wäre das viel schwerer, wenn ich die ganze Arbeit alleine machen müsste. Wenn wir als Team daran arbeiten, geht es leichter. Durch deine Erfahrungen aus der Arbeitswelt weißt du, dass Teamarbeit ganz anders aussieht als wenn eine Aufgabe zur alleinigen Bearbeitung und Lösung erteilt wird.

 

Meine Vorstellung über den Gesprächspartner beeinflusst den Umgang miteinander und dadurch auch das Ergebnis. Wenn ich den Klienten als schwach ansehe, traue ich ihm weniger zu. Dann würde ich langsamer in der Beratung/Therapie vorgehen und das Ziel erst später eintreffen. In der Psychologie wird das „sich selbst erfüllende Prophezeiung“ genannt: Was ich erwarte, tritt dann auch ein. 

 

Wenn du also denkst, dass die andere Person dir argumentativ überlegen ist, dann wirst du unsicherer in das Gespräch gehen. Du wirst z. B. leiser sprechen und schneller aufgeben. Die andere Person wird merken, dass du von dir selbst nicht überzeugt bist und bekommt „Oberwasser“. Genau das, was du befürchtest, tritt dann ein.

 

Finde deshalb alternative Vorstellungen über deinen Gesprächspartner, die für ein gutes Gespräch passender sind. Ich kann z. B. mein eigenes Selbstvertrauen stärken indem ich bewusster mache: Mein Klient hat es trotz der schlimmen Erlebnisse geschafft, sich an mich zu wenden. Eine Psychologin aufzusuchen ist auch heutzutage noch nicht leicht und benötigt Mut. Der Klient hat die Situation bisher irgendwie durchgestanden, auch dazu gehört ganz viel. So manch andere Person wäre vielleicht nicht mehr am Leben oder in einer Klinik.

 

Welche inneren Bilder kannst du dir ausmalen, die für dein Klärungsgespräch hilfreich sind? Vermutlich wird deinem Gesprächspartner etwas daran liegen, es sich mit dir nicht vollkommen zu verscherzen.  An welchen Eigenschaften kannst du das erkennen? 

 

Wenn diese Person gut argumentieren kann, dann hat sie viele Ideen für sachliche Gründe. Aber hat sie genauso viel Wissen über deine Gefühle? Schließlich weißt nur du, was du spürst. Wenn es also darum geht, was emotional in dir vorgeht, dann hast du definitiv Oberwasser. Dein Gegenüber kann zwar eine andere Ansicht zu einer Verhaltensweise oder einer Situation haben, aber niemand kann dir deine Gefühle absprechen. Was du fühlst, ist immer richtig!

2. Wie du dein Selbstbild erfolgreich nutzt, um dein Selbstvertrauen stärken zu können

Um dich für das Gespräch und dein Selbstwertgefühl stärken zu können, solltest du dir nun verdeutlichen, was deine Stärken sind. 

„Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, 

dann ist es der Glaube an die eigene Kraft.“

(Marie von Ebner-Eschenbach)

Wenn du um das Gespräch bittest, weißt du schon, worum es gehen wird. Dein Gesprächspartner ist unwissend, welche Inhalte auf den Tisch kommen. Du hast also einen Vorsprung, den du auch für die Gesprächsvorbereitung nutzen kannst. Bestimmt fällt dir noch mehr ein, was deine Stärken sind.

 

Schreib sie jetzt auf. Dadurch fällt dir mehr ein, als wenn du nur darüber nachdenkst. Dein Gehirn wird aktiver, weil auch deine Hände etwas tun. Mehr Gehirnbereiche werden beteiligt, das fördert Ideen. Bewahre den Zettel an einem für dich gut sichtbaren Ort auf. Am Spiegel im Bad oder in der Geldbörse. Du kannst dein Selbstvertrauen stärken, indem du dich immer wieder an deine Stärken erinnerst.

3. Wie du deine Schwächen nutzt, um selbstsicher zu werden

Damit du dich optimal vorbereitest, betrachte nun auch deine Schwächen. Es geht NICHT darum, dich selbst fertigzumachen, indem du sie dir ausführlich ausmalst. Schreib sie als Stichwörter auf und notiere sofort zu jedem Schwachpunkt eine Möglichkeit zur erfolgreichen Bewältigung. Hier mal ein Beispiel aus meinem Berufsleben:

 

Vor vielen Jahren war ich als Psychologin in einem Unternehmen angestellt und sollte eines Tages sofort zum Chef kommen. Ich wusste, das bedeutete nichts Gutes. Da ich nicht wusste, was auf mich zukommt, hatte ich Sorge, nicht schlagfertig genug zu sein. Statt mir auszumalen, wie ich in die Ecke gedrängt werden könnte, überlegte ich mir, was ich dann tun könnte: Auf die Toilette gehen. Niemand würde mir verwehren, dorthin zu gehen. 

 

Dadurch könnte ich mir eine Verschnaufpause verschaffen und mich sammeln. Ich müsste mich nicht selbst unter Druck setzen, sofort zu reagieren. Diese Idee führte dazu, dass ich mein Selbstvertrauen stärken konnte, weil ich eine Handlungsalternative hatte. Ich konnte viel ruhiger in das Gespräch gehen. Die innere Ruhe bewirkte, dass ich das Gespräch sogar ohne Toilettengang gut bewältigen konnte.

4. Weshalb deine Schwächen wichtig und gut sind

Erweitere nun die Notizen über deine Schwächen, um dein Selbstvertrauen noch mehr zu stärken. Du kannst jede Schwäche auch als eine Stärke ansehen. Es hängt von deiner Sichtweise ab: Bestimmt kennst du die Möglichkeit, ein Glas als halbvoll oder halbleer betrachten zu können. 

 

Nicht schlagfertig zu sein kannst du als deine Fähigkeit ansehen, lieber erst zu denken bevor du handelst. Schließlich sagen viele schlagfertige Menschen, dass sie schon oft später bereut haben, was ihnen vorschnell herausgerutscht ist.

5. Wie du den Konflikt genießt

Damit du dein Selbstwertgefühl noch mehr stärken kannst, plane schon jetzt, wie du das Gespräch später feiern wirst. Dabei ist es sogar egal, wie es ausgeht, schließlich hast du es gewagt, dich der Aussprache zu stellen. Das ist es doch wert, mit jemandem drauf anzustoßen. Sei liebevoll zu dir. Gehe so mit dir um, wie du es dir von einer besten Freundin wünscht. Der beste Weg, eine Freundin zu haben, ist der, sich selbst eine Freundin zu sein. 

 

Werte dann auch aus, was du daraus gelernt hast. Lernen meine ich positiv, nicht als Vorwurf. Niemand ist perfekt. Es gäbe bestimmt immer etwas, was du noch besser machen könntest. Das anzunehmen ist leichter, wenn du mit einer dir wohlgesinnten Person gemeinsam feierst. Vereinbare mit ihr, dass jegliche Selbstabwertungen, negative Sichtweisen und Selbstvorwürfe keinen Platz haben sollen. Bitte die Person, dich dabei zu unterstützen, indem sie dir zuhört, wie es gelaufen ist, und dich darauf aufmerksam macht, sobald du dich negativ äußerst.

 

Deine nächsten Schritte, um erfolgreich zu handeln

  • Falls du es noch nicht getan hast, male dir jetzt gedanklich aus, welches Bild du von der Person hast, über die du dich ärgerst.
  • Überprüfe, ob diese Vorstellung dir beim Gespräch weiterhelfen wird. 
  • Wenn du damit nicht dein Selbstvertrauen stärken kannst, dann finde alternative Annahmen über diese Person, die für dich hilfreicher sind.
  • Notiere dir deine Stärken. 
  • Deponiere den Zettel an einem für dich hilfreichen Ort, um dich daran oft zu erinnern.
  • Schreibe deine Schwächen auf und zu jedem Stichwort sofort eine Möglichkeit, damit im Gesprächstermin erfolgreich umzugehen
  • Plane deine Feier mit einer dir wohlgesonnenen Person
  • Erzähle ihr, dann exklusiv über positive Lernerfahrungen sprechen zu wollen

Folge deinem Weg – jetzt!

 

Spannende Lernerfahrungen und eine tolle Feier wünsche ich dir

 

Petra Ahrweiler

 

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